TUI Aktie: 630 Millionen Euro Fondsersparnis ab November

Zwei Regierungsbeschlüsse senken Kosten für TUI: Luftverkehrsteuer gesunken, Reisesicherungsfonds wird günstiger. Der Aktienkurs bleibt vorerst stabil.

Auf einen Blick:
  • Luftverkehrsteuer seit Juli reduziert
  • Reisesicherungsfonds wird ab November günstiger
  • Branche spart jährlich 630 Millionen Euro
  • Aktienkurs weiter unter 200-Tage-Durchschnitt

Zwei Regierungsentscheidungen könnten TUI in den kommenden Monaten spürbar entlasten. Zum 1. Juli ist die Luftverkehrsteuer gesunken, ab November sinken zusätzlich die Gebühren für den Reisesicherungsfonds. Für den Aktienkurs blieb das bislang folgenlos: Am Freitag schloss das Papier bei 7,20 Euro, praktisch unverändert zum Vortag.

Niedrigere Steuersätze pro Flugticket

Die Bundesregierung hat die Luftverkehrsteuer auf das Niveau vor Mai 2024 zurückgesetzt. Der Bundestag beschloss das Gesetz im Mai, der Bundesrat stimmte im Juni zu. Seit dem 1. Juli gelten niedrigere Sätze.

Für Kurzstrecken sinkt die Steuer von 15,53 auf 13,03 Euro pro Passagier. Bei Mittelstrecken fällt sie von 39,34 auf 33,01 Euro, bei Langstrecken von 70,83 auf 59,43 Euro. Das Bundesfinanzministerium will, dass Airlines und Veranstalter diese Ersparnis an die Reisenden weitergeben.

Der Deutsche Reiseverband begrüßt den Schritt. Verbandspräsident Albin Loidl nennt ihn einen „ersten wichtigen Schritt, damit Urlaub für alle bezahlbar bleibt“. Weitere Reformen fordert er dennoch ein.

Fondsreform spart der Branche 630 Millionen Euro

Parallel zur Steuersenkung entlastet die Regierung die Reisebranche an zweiter Stelle. Das Entgelt für den Deutschen Reisesicherungsfonds halbiert sich zum 1. November auf 0,25 Prozent der absicherungspflichtigen Umsätze. Laut Handelsblatt-Berechnungen spart die Branche dadurch jährlich rund 630 Millionen Euro.

Zusätzlich sinken die Sicherheiten, die Veranstalter hinterlegen müssen. Einmalig reduziert sich diese Summe um rund 560 Millionen Euro. TUI hatte sich für genau diese Reform starkgemacht und argumentiert, der Fonds treibe die Reisepreise unnötig in die Höhe. Nach eigenen Angaben des Konzerns liegt bereits eine Milliarde Euro im Sicherungstopf – mehr als für alle denkbaren Risiken nötig sei.

Charttechnik bleibt angeschlagen

Trotz der politischen Rückenwinde bleibt der Kursverlauf schwach. Auf Jahressicht steht ein Minus von 19,37 Prozent, auf Wochensicht ein Rückgang von 2,41 Prozent. Über die vergangenen 30 Tage erholte sich die Aktie dagegen um 5,88 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 9,50 Euro aus dem Februar trennen die Aktie aktuell 24,25 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 6,11 Euro vom April beträgt der Abstand 17,85 Prozent. Der Kurs liegt über dem 50-Tage-Durchschnitt von 6,83 Euro, aber weiterhin rund 6 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 7,66 Euro – einer Marke, die charttechnisch als Widerstand für eine echte Trendwende gilt.

Der RSI von 52,8 zeigt eine neutrale Marktlage, weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte Volatilität von 34,80 Prozent bleibt hoch – typisch für Touristikwerte in der Sommersaison.

Ob die Steuerentlastung tatsächlich bei den Kunden ankommt, ist offen. Eine rechtliche Pflicht zur Weitergabe gibt es nicht, Verbraucherschützer fordern sie dennoch ein. Für TUI als integrierten Konzern mit eigener Fluggesellschaft verbessert die Kombination aus niedrigerer Steuer und Fondsentlastung ab November die Kostenbasis. Die Aktie selbst muss trotzdem erst den 200-Tage-Durchschnitt zurückerobern, um das Signal einer nachhaltigen Erholung zu senden.

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