Ein Fünftel des Wertes weg seit Jahresbeginn. So sieht die Bilanz der TUI-Aktie im Jahr 2026 aus. Der Reisekonzern kämpft mit geopolitischen Risiken und einer wachsenden Zahl von Anlegern, die auf fallende Kurse setzen.
Am Freitag schloss die Aktie bei 7,14 Euro, ein Plus von 0,85 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein leichtes Minus von 0,81 Prozent zu Buche. Die vergangenen 30 Tage bringen dafür ein deutliches Plus von 9,21 Prozent.
Iran-Konflikt und Leerverkäufer drücken auf die Stimmung
Der Iran-Konflikt belastet die Reisebranche schon seit Anfang Februar. Die Sorge vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten dämpft die Buchungslage. Das trifft TUI direkt ins operative Geschäft.
Hinzu kommt Druck von einer anderen Seite: Seit dem 11. Juli 2026 sind mehr als 51 Millionen TUI-Aktien leerverkauft. Das entspricht über 0,5 Prozent des ausgegebenen Kapitals. Ein Teil des Marktes wettet damit offen gegen die Erholung der Aktie.
Diese Short-Positionen erklären auch, warum sich der Kurs trotz einzelner guter Handelstage nicht nachhaltig lösen kann. Jede Erholung trifft auf Verkaufsdruck von Anlegern, die auf weiter fallende Kurse setzen.
Wo die Aktie technisch steht
Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 9,50 Euro, erreicht am 9. Februar 2026. Der aktuelle Kurs liegt fast 25 Prozent darunter. Zum 52-Wochen-Tief von 6,11 Euro vom 30. April 2026 beträgt der Abstand knapp 17 Prozent.
Die gleitenden Durchschnitte zeichnen ein gemischtes Bild. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 6,91 Euro, der 100-Tage-Durchschnitt bei 7,02 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt deutlich höher bei 7,64 Euro — der aktuelle Kurs notiert 6,60 Prozent darunter.
Der RSI steht bei 50,7. Das signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei 32,78 Prozent — ein Wert, der die Nervosität rund um die Aktie unterstreicht.
Barclays sieht Aufwärtspotenzial
Trotz der Belastungsfaktoren bleiben nicht alle Analysten skeptisch. Barclays hat das Kursziel für TUI zuletzt von 9 auf 10 Euro angehoben. Die Einstufung bleibt bei „Overweight“.
Die britische Bank begründet die Anhebung mit gesunkenen Treibstoffkosten und etwas besseren Aussichten für das Sommergeschäft europäischer Fluggesellschaften. Die Branche bleibt laut Barclays aber weiter abhängig von der Entwicklung in Nahost und der Ukraine.
Für die kommende Woche richtet sich der Blick auf den Quartalsbericht zum dritten Quartal 2026, der im August erwartet wird. Die Zahlen werden zeigen, wie stark das operative Geschäft unter den geopolitischen Spannungen tatsächlich gelitten hat. Bei einem Kursziel von 10 Euro sähe Barclays im Vergleich zum Freitagsschluss noch rund 40 Prozent Luft nach oben.
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