TUI Aktie: 12. August bringt Q3-Zahlen

TUI profitiert von hoher Nachfrage nach Türkei, Griechenland und Ägypten. Aktienrückkäufe und operative Erholung stützen den Kurs.

Auf einen Blick:
  • Starke Buchungen für Mittelmeer-Destinationen
  • Aktienrückkaufprogramm über 100 Millionen Euro
  • Operatives Ergebnis im Winterquartal gesteigert
  • Zwischenbericht für drittes Quartal am 12. August

Der Reisekonzern TUI profitiert zum Höhepunkt der Sommersaison von einer kräftigen Nachfrage nach Zielen im Mittelmeerraum. Türkei, Griechenland und Ägypten verzeichnen starken Zulauf, und das laufende Aktienrückkaufprogramm über bis zu 100 Millionen Euro stützt zusätzlich den Kurs. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 7,53 Euro und legte damit im Tagesvergleich um 3,38 Prozent zu.

Der Kurs bewegt sich damit weiter von seinem 52-Wochen-Tief weg, bleibt aber rund 21 Prozent unter dem im Februar erreichten Jahreshoch von 9,50 Euro entfernt. Auf Wochensicht hat das Papier deutlich zugelegt, seit Jahresbeginn steht allerdings noch ein zweistelliges Minus zu Buche. Ein technischer Screener registrierte zuletzt einen Ausbruch aus der oberen Bollinger-Bande bei einem Kursniveau von rund 7,10 Euro – ein Signal, das die kurzfristige Dynamik unterstreicht, für sich genommen aber wenig über die fundamentale Verfassung des Konzerns aussagt.

Rückenwind aus dem operativen Geschäft

Die Nachfrage nach klassischen Sommerzielen bildet in diesem Jahr das Rückgrat des Geschäfts. Die genannten Destinationen im östlichen Mittelmeer gelten traditionell als Volumentreiber für TUI, und ein starker Sommer 2026 dürfte die Erholung nach den schwächeren Jahren der jüngeren Vergangenheit weiter festigen. Bereits das erste Quartal 2026 lieferte dafür einen Fingerzeig: Der Konzern meldete ein bereinigtes EBIT von 77,1 Millionen Euro, ein Plus von 51,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und nach eigenen Angaben das beste Winterquartal der Unternehmensgeschichte. Bei der Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal im Mai bestätigte der Konzern den operativen Aufwärtstrend im Anschluss an dieses Rekordquartal.

Auch strategisch setzt TUI auf Wachstumsimpulse abseits des klassischen Reisegeschäfts. Vorstandschef Sebastian Ebel bezeichnete Künstliche Intelligenz Mitte Juli als „Gamechanger“ für den Reisevertrieb und verwies zugleich auf einen anhaltenden Boom im Kreuzfahrtgeschäft. Beide Aussagen deuten darauf hin, dass der Konzern seine Ertragsbasis über die reine Pauschalreise hinaus verbreitern will.

Kapitalrückgaben und Bonität als Vertrauenssignale

Für Anleger dürften neben dem operativen Geschäft zwei weitere Entwicklungen ins Gewicht fallen. Zum einen läuft das im Februar gestartete Aktienrückkaufprogramm über bis zu 100 Millionen Euro weiter und soll in mehreren Tranchen bis Ende des Jahres umgesetzt werden – ein Signal, dass der Konzern überschüssige Liquidität an die Aktionäre zurückführt. Zum anderen beschloss die Hauptversammlung im Februar für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 0,10 Euro je Aktie, die erste Ausschüttung seit Ausbruch der Pandemie.

Auch von der Bonitätsseite kam im Februar ein positives Signal: Moody’s hob den Ausblick für das Kreditrating von „stabil“ auf „positiv“ an, beließ die Einstufung selbst aber bei „Ba3“. Die Anhebung liegt inzwischen mehrere Monate zurück, markiert aber den Punkt, an dem die Ratingagentur der Erholung des Konzerns erstmals eine positive Richtung zutraute.

Blick auf die kommenden Quartalszahlen

Im April veröffentlichte TUI zudem eine Ad-hoc-Mitteilung zu regulatorischen Anpassungen und Kapitalthemen, deren konkrete Auswirkungen sich erst in den kommenden Berichten vollständig zeigen dürften. Für Anleger rückt nun der 12. August in den Fokus: An diesem Tag will der Konzern die Zwischenmitteilung für das dritte Quartal 2026 vorlegen. Angesichts der starken Mittelmeer-Nachfrage und des bereits gezeigten operativen Schwungs aus dem Winter- und Frühjahrsgeschäft dürfte diese Veröffentlichung zeigen, ob sich der positive Trend auch in der umsatzstärksten Reisezeit des Jahres fortsetzt. Die Kursbewegung der vergangenen Wochen deutet darauf hin, dass der Markt dieser Entwicklung mit steigenden Erwartungen entgegensieht.

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