TUI River Cruises hat am Mittwoch den Stapellauf des ersten eigens für den Konzern gebauten Flusskreuzfahrtschiffs gefeiert. Das Schiff entstand in einer Werft in Serbien und ist Teil einer Flottenexpansion, die bis 2028 auf zehn Schiffe anwachsen soll. Der Ausbau der Flusskreuzfahrtsparte zeigt, dass TUI abseits des klassischen Pauschalreisegeschäfts weiter in Wachstumsfelder investiert.
Am Kapitalmarkt sorgte die Aktie zuletzt für ungewöhnlich reges Interesse. Medienberichten zufolge verzeichnete das Papier am Mittwoch das höchste Handelsvolumen innerhalb des MDAX, begleitet von spürbaren Kursausschlägen. Der Schlusskurs lag bei 7,36 Euro, nach einem Tagesplus von 1,15 Prozent. Auf Wochensicht steht damit ein Zuwachs von 11,24 Prozent zu Buche – ein Tempo, das die jüngste Erholungsbewegung des Papiers unterstreicht.
Ölpreis und Charttechnik stützen die Erholung
Rückenwind kam laut dpa-AFX auch von der Kostenseite: Deutlich sinkende Ölpreise trieben am Dienstag die Kurse im gesamten europäischen Reisesektor an, da niedrigere Treibstoffkosten die Margenrechnung von Fluglinien und Reisekonzernen entlasten. TUI profitierte davon überdurchschnittlich. Bereits am Montag hatte die Aktie laut Medienberichten die charttechnisch bedeutsame 100-Tage-Linie zurückerobert, nachdem sich eine kurzfristige Erholungsphase abgezeichnet hatte.
Trotz dieser Fortschritte bleibt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro, das im Februar markiert wurde, mit 22,50 Prozent beträchtlich. Die Aktie hat sich also spürbar von ihrem Jahrestief im April gelöst, notiert aber weiterhin deutlich unter dem im Winter erreichten Niveau. Seit Jahresbeginn steht für das Papier ein Minus von 17,76 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung noch nicht ausreicht, um die Verluste des ersten Halbjahres auszugleichen.
Prognose bleibt vorsichtig
Auf der Ergebnisseite bleibt die Lage vorsichtig eingestuft. Im Mai bestätigte TUI die bereits im April gesenkte Prognose für das Geschäftsjahr 2026: Der Konzern rechnet mit einem bereinigten EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro. Als Grund für die Anpassung nach unten nannte das Unternehmen geopolitische Spannungen im Nahen Osten, die Buchungsverhalten und Reiseplanung belasteten. Diese Einschätzung datiert bereits einige Wochen zurück, bildet aber weiterhin den offiziellen Rahmen, an dem sich Anleger orientieren.
Blick nach vorn: Quartalszahlen im August
Bereits Ende Juli hatte TUI die Veröffentlichung seines Berichts zum dritten Geschäftsquartal 2026 angekündigt. Der konkrete Termin für die Finanzergebnisse steht nun fest: Am 11. August wird der Konzern die Zahlen vorlegen. Diese Veröffentlichung dürfte zeigen, ob sich die zuletzt gesenkte Prognose bestätigt oder ob sich die Lage im Nahen Osten mittlerweile entspannt hat.
Für Anleger bündeln sich damit mehrere Fäden: eine spürbare, aber vom Jahreshoch noch weit entfernte Kurserholung, eine vorsichtige Ergebnisprognose sowie strategische Investitionen in neue Geschäftsfelder wie die Flusskreuzfahrt. Die Volatilität von 31,18 Prozent auf 30-Tage-Basis deutet darauf hin, dass der Markt die Aktie weiterhin mit erhöhter Unsicherheit bepreist – die Quartalszahlen im August dürften zeigen, in welche Richtung sich diese Unsicherheit auflöst.
Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Version des Artikels hieß es, TUI habe ein Aktienrückkauf-Programm in Höhe von 100 Millionen Euro gestartet. Diese Aussage ist falsch. Ein solches Rückkaufprogramm gibt es derzeit nicht. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
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