TSMC Aktie: Zahlen schlagen Zweifel, Kurs hinkt hinterher!

TSMC überzeugt mit starkem Umsatzwachstum und Rekordinvestitionen, die Aktie bleibt jedoch hinter dem Halbleiterindex zurück.

Auf einen Blick:
  • Umsatzplus von 40,6 Prozent
  • Rekordverdächtiges Investitionsprogramm angekündigt
  • Intel Foundry weiterhin mit Verlusten
  • Modell sieht Kurspotenzial von 18 Prozent

Starke Quartalsergebnisse, rekordverdächtige Investitionszusagen und eine angehobene Jahresprognose: TSMC hat im ersten Quartal 2026 auf ganzer Linie überzeugt. Trotzdem hat die Aktie den breiten Halbleiterindex SOX seit Jahresbeginn deutlich underperformt, mit einem Plus von rund 26 Prozent gegenüber fast 43 Prozent beim Branchenindex. Diese Lücke ist aus fundamentaler Sicht schwer zu erklären und könnte für aufmerksame Investoren eine Gelegenheit darstellen.

Das erste Quartal lieferte beeindruckende Zahlen. Der Umsatz stieg um 40,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 35,9 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge lag bei 66,2 Prozent, die operative Marge bei 58,1 Prozent. Besonders bedeutsam: 74 Prozent der Wafererträge entfielen auf hochmoderne Fertigungsprozesse der 3-, 5- und 7-Nanometer-Generation. Der Anteil der Hochleistungsrechner-Sparte am Gesamtumsatz stieg von 53 auf 61 Prozent. Für das zweite Quartal erwartet das Management Erlöse zwischen 39,0 und 40,2 Milliarden Dollar.

Investitionsprogramm bricht alle Dimensionen

Das vielleicht bemerkenswerteste Signal aus dem Quartalsbericht ist das angekündigte Investitionsprogramm. TSMC plant, allein im Geschäftsjahr 2026 mehr als die Hälfte der gesamten Investitionen der vergangenen drei Jahre zu verausgaben. CEO C.C. Wei gab zudem bekannt, dass die Investitionsausgaben der nächsten drei Jahre die der vergangenen drei Jahre deutlich übertreffen sollen.

In der Summe ergibt sich ein Kapitalaufwand von über 200 Milliarden Dollar, eine in der Halbleiterindustrie bislang ungekannte Größenordnung. Hinzu kommt die Ankündigung von drei neuen Fertigungsanlagen für die 3-Nanometer-Generation, darunter ein zweites Werk in Arizona und eine Anlage in Japan.

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Intel ist kein ernsthafter Konkurrent

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob Intel TSMC mittelfristig gefährlich werden könnte. Die jüngsten Intel-Zahlen liefern die Antwort. Obwohl die Foundry-Sparte des US-Konzerns ihren Umsatz um 16 Prozent steigerte, schrieb sie gleichzeitig einen operativen Verlust von 2,44 Milliarden Dollar. Der Hochlauf der modernen 18A-Fertigung läuft schleppender als geplant. Von einer ernsthaften Bedrohung für TSMC kann aktuell keine Rede sein.

Bewertung lässt Luft nach oben

Auf Basis eines Maschinenlernmodells, das verschiedene Bewertungsszenarien gewichtet, ergibt sich ein fairer Kurszielwert von rund 451 Dollar je Aktie, was gegenüber dem aktuellen Kurs ein Aufwärtspotenzial von etwa 18 Prozent impliziert. Hauptrisiken bleiben eine mögliche Eskalation der US-Zölle auf taiwanesische Halbleiter sowie eine etwaige Abschwächung der KI-Investitionszyklen der großen Technologiekonzerne. Beide Faktoren sind real, ändern jedoch nichts an der strukturell starken Positionierung des weltgrößten Auftragschipherstellers.

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