TSMC Aktie: Zahlen Mitte Juli

Der Chipriese TSMC steht vor der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen und testet seine Preissetzungsmacht in einem angespannten Marktumfeld.

Auf einen Blick:
  • Quartalszahlen Mitte Juli erwartet
  • Preiserhöhungen bei fortschrittlichen Chips
  • Marktanteil von 73 Prozent im Foundry-Markt
  • Analysten sehen Aufwärtspotenzial für Aktie

TSMC steuert auf eine entscheidende Woche zu. Mitte Juli legt der weltgrößte Auftragsfertiger für Chips seine Quartalszahlen vor, und die Erwartungen sind hoch. Der Kurs pendelte zuletzt seitwärts, doch der Blick aufs große Bild zeigt: Die Aktie hat sich binnen zwölf Monaten fast verdoppelt.

Am Donnerstag schloss das Papier bei 382,50 Euro. Das liegt gut 9 Prozent unter dem erst am 1. Juli erreichten 52-Wochen-Hoch von 420,50 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,41 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Plus von 8,05 Prozent. Der RSI von 50,6 signalisiert derzeit weder Über- noch Unterhitze.

Preiserhöhungen als Gradmesser der Marktmacht

TSMC nutzt seine technologische Führung, um die Preise für fortschrittliche Fertigungsprozesse anzuheben. Bei Chips mit 7 Nanometern und darunter verlangt der Konzern zwischen 5 und 10 Prozent mehr. Der Hintergrund: Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur übersteigt die verfügbaren Kapazitäten, die Branche wechselt zu einem angebotsgetriebenen Preismodell.

Konkurrent Samsung geht aggressiver vor und hebt die Preise für 5-Nanometer- und 4-Nanometer-Wafer um bis zu 15 Prozent an. TSMC bleibt moderater, verlässt sich aber auf seine Marktdominanz: Der Konzern hält einen Anteil von 73 Prozent am globalen Foundry-Markt und kontrolliert 90 Prozent des Segments für fortschrittliche KI-Chips. Diese Position stützt aus Sicht vieler Marktbeobachter die Margen auch in einem Umfeld steigender Kosten.

Für das zweite Quartal 2026 rechnet das Management mit einer Bruttomarge zwischen 65,5 und 67,5 Prozent. Die operative Marge soll zwischen 56,5 und 58,5 Prozent liegen.

Umsatzzahlen als Nagelprobe

TSMC befindet sich aktuell in der Stille vor der Ergebnisveröffentlichung. Das Management hatte zuvor eine Umsatzprognose von 39,0 bis 40,2 Milliarden US-Dollar für das zweite Quartal ausgegeben. Die Zahlen für April und Mai summierten sich bereits auf 827,7 Milliarden Taiwan-Dollar.

Die Juni-Daten, die Anfang Juli veröffentlicht werden, entscheiden damit darüber, ob TSMC das obere Ende seiner Zielspanne erreicht. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 rechnen Analysten mit einem Umsatzwachstum von über 30 Prozent in US-Dollar gerechnet.

Analysten bleiben optimistisch, Ausbau geht weiter

Trotz einzelner Anpassungen bei Investmentbanken bleibt das Konsens-Rating „Kaufen“. Das durchschnittliche Kursziel für die in den USA gehandelten ADRs liegt bei rund 449,38 US-Dollar. Langfristig rechnen Marktbeobachter mit einer deutlichen Ausweitung der Nachfrage durch Großkunden wie Nvidia und AMD bis 2027 — insbesondere durch neue Chip-Architekturen von Nvidia mit voraussichtlich deutlich höheren Stückzahlen.

Parallel treibt TSMC den globalen Ausbau voran. Das Arizona-Projekt läuft, hinzu kommt eine eigene Packaging-Fabrik, die für 2029 geplant ist. Die Ratingagentur S&P hat die Kreditwürdigkeit des Konzerns jüngst auf AA- angehoben und damit die robuste Bilanz und die strategische Bedeutung von TSMC für globale Infrastruktur bestätigt.

Die Juni-Umsatzzahlen Anfang Juli und der Quartalsbericht Mitte Juli werden zeigen, ob TSMC die eigene Prognose trifft oder sogar übertrifft. Bis dahin bleibt der Kurs mit einem neutralen RSI von 50,6 in einer Art Wartestellung.

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