Am 16. Juli öffnet Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) die Bücher für das zweite Quartal. Analysten erwarten ein massives Wachstum. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Die weltweite Gier nach Hochleistungs-Chips für Künstliche Intelligenz (KI) reißt nicht ab. Dabei fragen Kunden neben klassischen Grafikprozessoren verstärkt maßgeschneiderte Netzwerk-Chips nach.
Die Wall Street rechnet mit einem klaren Gewinnsprung. Der Gewinn je US-Hinterlegungsschein (ADR) soll auf 3,81 US-Dollar klettern. Im Vorjahr lag dieser Wert bei lediglich 2,47 Dollar. Parallel dazu prognostizieren Experten einen Umsatz von rund 40 Milliarden Dollar.
Am Mittwoch notierte die TSMC-Aktie bei 374,50 Euro. Das entspricht einem leichten Tagesverlust, ändert aber wenig am starken Jahrestrend. Seit Januar legte das Papier um über 37 Prozent zu. Analysten der US-Bank Citi rechnen mit weiterem Rückenwind. Sie gehen davon aus, dass TSMC seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr anhebt.
Milliarden für neue Fabriken
Um den Hunger nach KI-Chips zu stillen, investiert der Konzern massiv. Für das laufende Jahr plant das Management Ausgaben von bis zu 56 Milliarden Dollar. Der Großteil fließt direkt in die modernste Fertigung. Konkret geht es um Chips der 3- und 2-Nanometer-Klassen.
Im kommenden Jahr dürfte das Budget weiter wachsen. Experten halten Investitionen von bis zu 80 Milliarden Dollar für realistisch. Die Folge: TSMC baut seine Kapazitäten massiv aus. Ein zentraler Treiber ist das sogenannte Advanced Packaging. Ohne diese speziellen Verpackungstechniken funktioniert moderne KI-Infrastruktur schlicht nicht.
Expansion in den USA
Der Chip-Gigant verlässt sich allerdings längst nicht mehr nur auf Taiwan. TSMC baut seine globale Präsenz deutlich aus. Anfang Juli genehmigte Taiwans Wirtschaftsministerium eine weitere Kapitalspritze für den Standort in Arizona. Satte 20 Milliarden Dollar fließen in die US-Tochter. Damit steigt das freigegebene Gesamtbudget für die amerikanischen Fabriken auf 44 Milliarden Dollar.
Das US-Projekt nimmt zügig Form an. Die Bauarbeiten an der zweiten Fabrik für 3-Nanometer-Chips endeten im April. Für die dritte Anlage erfolgte zeitgleich der erste Spatenstich. Wie schnell sich diese Ausgaben auszahlen, wird der Markt bald bewerten. Am 16. Juli liefert das Management die frischen Quartalszahlen.
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