Der taiwanische Halbleiter-Gigant TSMC forciert die Einführung seiner nächsten Chip-Generation deutlich schneller als bisher erwartet. Während die Branche derzeit noch auf die Skalierung der 3-Nanometer-Technologie blickt, rückt der Nachfolgestandard N2 (2 Nanometer) bereits massiv in den Fokus. Medienberichten von Freitag zufolge verzeichnet TSMC für die 2-Nanometer-Plattform bereits die vierfache Anzahl an Tape-outs – also fertigen Chip-Designs für die Produktion – im Vergleich zum 3-Nanometer-Verfahren im selben Entwicklungsstadium. Zu den frühen Abnehmern zählen demnach Schwergewichte wie Apple für den kommenden A20 Pro und AMD für die EPYC-Prozessoren der Generation „Venice“.
2-Nanometer-Fertigung: Hohe Nachfrage trifft auf Komponentenmangel
Die Ambitionen von TSMC spiegeln sich in konkreten Produktionszielen wider. Am Montag wurde bekannt, dass das Unternehmen die Kapazität für 2-Nanometer-Wafer bis Ende 2026 auf monatlich 100.000 Einheiten steigern will. Dies entspräche nahezu einer Verdoppelung gegenüber dem für das erste Halbjahr 2026 angestrebten Niveau von etwa 50.000 bis 60.000 Wafern. Trotz der technologischen Fortschritte zeigen sich jedoch Herausforderungen in der globalen Lieferkette. Am Donnerstag kursierten Berichte, wonach sich bereits 2-Nanometer-Chipbestände im Wert von 32 Milliarden New Taiwan Dollar (NT$) angestaut haben. Grund hierfür sei ein weltweiter Mangel an DRAM-Speicherbausteinen, der als Flaschenhals fungiert und die Endmontage der iPhone-18-Serie verzögert, obwohl die Ausbeute der Wafer bei TSMC als gesund gilt.
Parallel dazu konnte der Konzern eine operative Entspannung an einem anderen wichtigen Standort vermelden. Das Werk Kumamoto 1 in Japan ist am Dienstag wieder zum normalen Produktionsbetrieb zurückgekehrt. Die Fabrik, die primär Halbleiter für die Automobilindustrie und industrielle Anwendungen fertigt, hatte den Betrieb nach einem Erdbeben der Stärke 5 vorübergehend angepasst, konnte die volle Kapazität jedoch innerhalb einer Woche wiederherstellen.
Angehobene Prognosen und starke Analystenresonanz
Die technologische Dominanz schlägt sich bereits in den Finanzkennzahlen nieder. Mitte Juli präsentierte TSMC Ergebnisse für das zweite Quartal 2026, die die Markterwartungen übertrafen. Der Umsatz kletterte auf 40,2 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 33,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Getrieben durch den anhaltenden Boom bei High-Performance-Computing (HPC) und Anwendungen für Künstliche Intelligenz erreichte die Bruttomarge ein Niveau von 67,7 Prozent.
Infolge dieser Entwicklung hob die Unternehmensführung die Prognosen für das Gesamtjahr 2026 deutlich an. Das jährliche Umsatzwachstum wird nun bei über 40 Prozent auf US-Dollar-Basis erwartet. Gleichzeitig wurden die geplanten Investitionsausgaben (Capex) von zuvor 52 bis 56 Milliarden auf nun 60 bis 64 Milliarden US-Dollar nach oben geschraubt. Phelix Lee, Analyst bei Morningstar, reagierte auf diese Zahlen mit einer Anhebung des fairen Wertes für die Aktie um 27 Prozent auf 3.440 TWD. Ende Juli untermauerte der Analysten-Konsens diese positive Einschätzung mit einer überwiegenden Mehrheit an Kaufempfehlungen.
Anleger, die auf Ausschüttungen setzen, können zudem den 16. September 2026 im Blick behalten. An diesem Tag findet der Ex-Dividende-Tag für die Bardividende des ersten Quartals 2026 statt, die das Board of Directors auf 7,00 NT$ je Stammaktie festgesetzt hat. Die Auszahlung ist für den 8. Oktober 2026 vorgesehen.
Die Marktteilnehmer honorieren die stabile fundamentale Lage. Mit einem Kurs von 363,00 € notiert das Papier aktuell 16,64 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage. Seit Jahresbeginn konnte der Wert bereits um 41,25 Prozent zulegen. Dennoch verbleibt ein gewisser Spielraum nach oben, da der Kurs noch 13,67 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von Anfang Juli liegt.
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