Der weltgrößte Auftragsfertiger für Chips liefert, was der Markt braucht: Der Nettogewinn im dritten Quartal übertraf die Erwartungen und erreichte einen neuen Höchstwert. Es ist bereits der sechste Rekord in Folge. Der Zeitpunkt könnte kaum brisanter sein, denn an den Märkten wächst die Sorge um die Nachhaltigkeit des KI-Booms.
Gewinn wächst um knapp 69 Prozent
Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 68,7 Prozent. TSMC schlägt damit die Schätzungen, die auf Prognosen besonders treffsicherer Analysten beruhen. Getrieben wird das Wachstum von der anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Chips.
Schon die Monatszahlen hatten die Richtung vorgegeben. Im September kletterte der Umsatz um 54,6 Prozent auf 511,86 Milliarden Taiwan-Dollar. Die Nachfrage nach fortschrittlichen Chips bleibt also stabil.
Nervöses Umfeld für Techwerte
Die Zahlen treffen auf eine schwache Stimmung. In Asien brachen Techwerte ein, der südkoreanische Kospi verlor fast 8 Prozent, der japanische Nikkei mehr als 4 Prozent. Auslöser waren Zweifel an der Finanzierbarkeit des KI-Handels. An der Wall Street gab der Nasdaq Composite zuvor um 1,9 Prozent nach, auch weil der Broadcom-Chef Teile des KI-Booms mit einem Kasino verglich.
Hinzu kommt der makroökonomische Gegenwind. Die US-Inflation zog im September auf 3,7 Prozent an, die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen sprangen zeitweise über 5,32 Prozent. Händler sehen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von knapp 35 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed noch im Oktober. Für wachstumsstarke Techwerte sind das unangenehme Vorzeichen.
Entsprechend genau schauten Investoren auf den Ausblick von TSMC. Sie suchten den Beleg, dass das KI-getriebene Wachstum intakt bleibt. Der Rekordgewinn liefert dafür ein starkes Argument.
Expansion in den USA
Strategisch setzt TSMC weiter auf Ausbau. Im Juli hatte der Konzern angekündigt, insgesamt 265 Milliarden Dollar in Arizona zu investieren. Berichten zufolge prüft das Unternehmen zudem eine Erweiterung über Arizona hinaus, etwa mit einem Standort in Texas. Eine offizielle Bestätigung dafür liegt nicht vor.
Die Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober wird zeigen, wie stark der Zinsdruck auf Techwerte tatsächlich bleibt. Heute äußern sich zudem Fed-Vertreter, darunter Chef Kevin Warsh, und die USA veröffentlichen Erzeugerpreise sowie Einzelhandelsumsätze.
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