Noch bevor TSMC am Donnerstag seine Quartalszahlen vorlegt, hat der Auftragsfertiger schon einmal einen Vorgeschmack geliefert. Der Juni-Umsatz zeigt, wie ungebremst die Nachfrage nach KI-Chips weiterhin durchschlägt. Die Reaktion in der Branche fällt gemischt aus: Während TSMC glänzt, gerät der japanische Speicherchip-Hersteller Kioxia unter Druck, weil Anleger vor den anstehenden Zahlen von TSMC und ASML generell vorsichtiger werden.
Juni-Zahlen mit deutlichem Sprung
TSMC steigerte den Umsatz im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 67,9 Prozent. Gegenüber Mai legte der Erlös um 6,2 Prozent auf 442,68 Milliarden Neue Taiwan-Dollar zu. Für das erste Halbjahr 2026 summieren sich die Erlöse damit auf 2,4 Billionen Neue Taiwan-Dollar, umgerechnet knapp 75 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 35,6 Prozent im Jahresvergleich.
Treiber bleibt der anhaltende Ausbau der KI-Infrastruktur bei den großen Kunden. TSMC fertigt Chips für Nvidia, Apple und AMD und deckt damit ein Spektrum ab, das von Smartphone-Prozessoren bis zu Hochleistungsrechnern für KI-Anwendungen reicht.
Ausbau der Kapazitäten läuft weiter
Parallel zur starken Nachfrage baut TSMC seine Fertigungskapazitäten aus. Im Chiayi Science Park im Süden Taiwans entstehen zwei zusätzliche Werke für fortschrittliches Chip-Packaging — eine Anlage läuft dort bereits in Massenproduktion, die zweite soll in Kürze folgen. Mit einem Marktanteil von 73 Prozent im globalen Pure-Foundry-Geschäft im ersten Quartal 2026 bleibt TSMC der mit Abstand größte Player der Branche.
Die Nervosität bei Wettbewerbern wie Kioxia zeigt, wie stark die gesamte Chipbranche derzeit auf die Ergebnisse der Schwergewichte blickt. Anleger versuchen einzuschätzen, ob sich die aktuellen Bewertungen im KI-Sektor halten lassen — TSMC liefert dafür am Donnerstag einen wichtigen Anhaltspunkt.
Die vollständigen Zahlen zum zweiten Quartal veröffentlicht TSMC am Donnerstag, den 16. Juli. Nach den starken Junidaten dürften die Erwartungen an Umsatz und Ausblick entsprechend hoch ausfallen.
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