Der weltgrößte Auftragschiphersteller TSMC prüft Medienberichten zufolge eine Ausweitung seiner Fertigungskapazitäten in den USA auf den Bundesstaat Texas.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters heute berichtet, zieht der Konzern eine entsprechende Expansion zusätzlich zu seinen bereits zugesagten Verpflichtungen in Höhe von $265 Milliarden im Bundesstaat Arizona in Betracht. Die Überlegungen befinden sich in einem frühen Stadium; abgeschlossene Pläne liegen bislang nicht vor.
Bereits gestern hatten taiwanische Medien über Pläne für einen möglichen zweiten US-Fertigungsstandort berichtet. Im Raum steht demnach der Aufbau von bis zu sechs hochmodernen Chipfabriken in Texas. TSMC hat diese Spekulationen bislang nicht offiziell bestätigt.
Taiwans Wissenschaftsminister betonte, dass grundlegende Investitionsentscheidungen dieser Größenordnung allein dem Verwaltungsrat von TSMC obliegen und von diesem beschlossen und verkündet werden müssen.
Ungeachtet der US-Standortdebatte treibt das Unternehmen den Ausbau seiner Fertigungsinfrastruktur mit hohem finanziellem Aufwand voran. Aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom 24. September geht hervor, dass das Board of Directors erhebliche Mittelzuweisungen freigegeben hat. Zugleich meldeten Führungskräfte des Konzerns Zukäufe: Die Vizepräsidenten B.Z. Tien und Lipen Yuan stockten ihren Bestand um 1.000 beziehungsweise 2.350 Aktien auf.
Fortschritte bei Gehäusetechnik und nächste Finanztermine
Technologisch verzeichnet TSMC parallel weitere Fortschritte bei der Einbindung von Speicherchips. Der südkoreanische Chiphersteller SK Hynix validierte seinen HBM5-Speicher auf TSMCs Gehäusetechnologie CoWoS.
Zudem fand am 21. September der Spatenstich für die erste Phase des Baipu-Industrieparks in Kaohsiung statt. Das Areal soll mehr als 20 Unternehmen, darunter TSMC und Foxconn, als Entwicklungs- und Validierungsbasis für Materialien und Ausrüstung im Bereich fortschrittlicher Gehäusetechnologien dienen.
An der Börse reagierten die Anleger verhalten auf die Expansionsberichte. Im heutigen Handel notiert die TSMC-Aktie bei 401,00 Euro und verliert 0,5 Prozent. Der Abstand zum bisherigen 52-Wochen-Hoch beträgt damit 4,6 Prozent.
Klarheit über die operative Geschäftsentwicklung des dritten Quartals erhalten Anleger in Kürze: TSMC legt am 8. Oktober die Umsatzzahlen für den Monat September vor. Am 15. Oktober folgen die vollständigen Quartalsergebnisse und die begleitende Telefonkonferenz für das dritte Quartal 2026.
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