Rekordumsatz, Gewinnsprung, ein 100-Milliarden-Dollar-Bekenntnis zu den USA — und trotzdem geht es mit der Aktie bergab. TSMC liefert für das zweite Quartal 2026 Zahlen, die über den Erwartungen liegen. Der Kurs reagiert mit einem Rückschlag um 3,21 Prozent auf 347,00 Euro.
Der Widerspruch lässt sich schnell erklären. Anleger blicken weniger auf die starke Gegenwart, sondern auf steigende Kosten in der Zukunft.
Zahlen deutlich über Erwartungen
TSMC erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 40,20 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 36 Prozent zum Vorjahr und 12 Prozent zum Vorquartal. Der Nettogewinn kletterte um 77,4 Prozent auf umgerechnet rund 22,3 Milliarden US-Dollar, das verwässerte Ergebnis je ADR-Einheit lag bei 4,31 US-Dollar.
Fortschrittliche Fertigungstechnologien ab 7 Nanometer und feiner trugen 77 Prozent zum gesamten Wafer-Umsatz bei. Der Chipkonzern bleibt damit klar der Taktgeber der Branche bei modernsten Prozessknoten.
Mehr Investitionen, mehr Sorgen
Für das Gesamtjahr 2026 hebt TSMC seine Umsatzprognose an: Statt eines Wachstums von über 30 Prozent erwartet der Konzern nun ein Plus von knapp über 40 Prozent. Um die Nachfrage nach Spitzentechnologie zu bedienen, steigt das Investitionsbudget von rund 56 Milliarden auf 60 bis 64 Milliarden US-Dollar.
Das Geld fließt in den Ausbau der N3-Kapazitäten, neue Fabriken in Taiwan, Arizona und Japan sowie die Umrüstung von N5- auf N3-Anlagen. Genau hier liegt der Kern der Verunsicherung: Management rechnet damit, dass der Hochlauf der 2-Nanometer-Produktion die Bruttomarge in der zweiten Jahreshälfte um drei bis vier Prozentpunkte drücken könnte.
Höhere Ausgaben bei schrumpfender Marge — diese Kombination verdaut der Markt gerade nur widerwillig.
265 Milliarden Dollar für die USA
Strategisch bleibt TSMC in der Offensive. Der Konzern bestätigt eine zusätzliche Investition von 100 Milliarden US-Dollar in seine Anlagen in Arizona. Damit steigt das gesamte geplante US-Engagement auf 265 Milliarden US-Dollar.
Finanziert werden sollen mindestens vier weitere Fabriken, die Chips auf Basis der 2-Nanometer-Technologie und darunter fertigen. Treiber ist die Nachfrage großer US-Kunden nach KI-Chips. TSMC will damit seine Position in der amerikanischen Halbleiter-Lieferkette festigen.
Parallel zum US-Ausbau treibt TSMC die nächste Technologiegeneration voran. Der A14-Prozess im 1,4-Nanometer-Bereich zeigt in internen Tests Verbesserungen bei Leistung und Ausbeute. Die Risikoproduktion soll 2027 starten, die Serienfertigung 2028 folgen.
Gegenüber dem aktuellen N2-Knoten verspricht A14 laut Unternehmensangaben 10 bis 15 Prozent mehr Leistung bei gleichem Energieverbrauch — oder alternativ 25 bis 30 Prozent weniger Stromverbrauch bei gleicher Leistung.
Chartbild spiegelt die Skepsis
Der Kursrückgang ist kein Ausrutscher eines einzelnen Handelstages. Binnen 30 Tagen verlor die Aktie 14,64 Prozent, vom 52-Wochen-Hoch bei 420,50 Euro aus dem Juli liegt sie mittlerweile 17,48 Prozent entfernt. Der RSI von 37,7 signalisiert eine deutlich abgekühlte Marktstimmung, ohne bereits in überverkauftes Terrain zu rutschen.
Auf Jahressicht bleibt die Aktie mit einem Plus von rund 70 Prozent dennoch weit im grünen Bereich. Die aktuelle Schwäche wirkt damit eher wie eine Verdauungspause nach einem steilen Anstieg als wie ein fundamentaler Bruch.
Die Investitionsentscheidungen von TSMC zeigen, wie sehr der Konzern auf den mehrjährigen KI-Boom setzt. Ob sich die kurzfristige Margenbelastung wie angekündigt auf drei bis vier Prozentpunkte begrenzen lässt, wird sich an den Zahlen zur zweiten Jahreshälfte 2026 ablesen lassen.
Taiwan Semiconductor Manufacturing-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Taiwan Semiconductor Manufacturing-Analyse vom 20. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Taiwan Semiconductor Manufacturing-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Taiwan Semiconductor Manufacturing-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Taiwan Semiconductor Manufacturing: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...