TSMC-Chef C.C. Wei kauft eigene Aktien, kurz bevor die wichtigsten Zahlen des Jahres anstehen. Ein Detail, das aufmerksame Anleger nicht übersehen. Der Kurs selbst kühlt derweil leicht ab — und genau das macht die kommenden Tage spannend.
Am Freitag schloss die Aktie bei 380,50 Euro, ein Minus von 0,52 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 3,91 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn bleibt trotzdem ein Plus von 39,38 Prozent — auf Zwölfmonatssicht sogar fast eine Verdopplung mit 93,54 Prozent.
Taifun verzögert wichtige Umsatzzahlen
Eigentlich sollte TSMC seine Juni-Umsatzzahlen bereits veröffentlicht haben. Ein Taifun hat den Bericht verschoben, die Zahlen sollen nun in den kommenden Tagen folgen. Analysten rechnen mit einem Wert von über 4.000 Milliarden Taiwan-Dollar — das wäre ein neuer historischer Höchststand für den Chipkonzern.
Diese Zahl gilt als wichtiger Vorbote für den vollständigen Quartalsbericht. CEO Wei hat sich zuletzt zuversichtlich zum zweiten Quartal geäußert. Das hält das Interesse der Investoren hoch, obwohl der Kurs seit seinem Hoch vom 1. Juli bei 420,50 Euro spürbar nachgegeben hat.
Der CEO kauft, Goldman wird vorsichtiger
Wei hat am 7. Juli erneut Aktien seines Unternehmens gekauft — 146 Stück, nach weiteren Käufen im Mai und Juni. Gemessen an seinem Gesamtbestand von über 17.000 Aktien ist das eine kleine Summe. Der Zeitpunkt kurz vor wichtigen Finanzberichten wird von Privatanlegern trotzdem oft als Vertrauenssignal gewertet.
Auf der Analystenseite gibt es ein gemischtes Bild. Goldman Sachs hat TSMC von seiner „Conviction Buy List“ gestrichen, die Kaufempfehlung selbst aber beibehalten. Citigroup und andere große Häuser setzen weiterhin ambitionierte Kursziele — sie verweisen dabei auf die Technologieführerschaft bei 2-Nanometer-Chips und der CoWoS-Verpackungstechnik.
Was der Quartalsbericht klären muss
Die Investoren richten ihren Blick nun auf den Q2-Earnings-Call später im Juli. Im Zentrum steht die Frage, ob TSMC sein Umsatzwachstumsziel für das Jahr in Richtung 35 Prozent anhebt. Vier Themen dürften die Diskussion bestimmen:
- 2-Nanometer-Fertigung: Zeitplan für die Massenproduktion der neuen Chip-Generation
- KI-Nachfrage: High-Performance-Computing steuerte im ersten Quartal bereits 61 Prozent zum Umsatz bei
- Investitionen: Ob TSMC seine Capex-Prognose für 2026 über die aktuelle Spanne von 52 bis 56 Milliarden Dollar hinaus anhebt
- Wettbewerb: Wie der Konzern seinen Marktanteil von 73 Prozent in der Auftragsfertigung gegen Herausforderer wie das japanische Unternehmen Rapidus verteidigt, das bis 2027 selbst 2-Nanometer-Chips fertigen will
Technisches Bild: neutral mit Aufwärtstendenz
Mit einer Marktkapitalisierung von 1.961,39 Milliarden Euro bleibt TSMC einer der Schwergewichte der globalen Technologiebranche. Der Kurs notiert 9,51 Prozent unter seinem Jahreshoch, liegt aber komfortable 29,37 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 294,12 Euro. Der 14-Tage-RSI steht bei 49,8 — ein neutraler Wert, der zur aktuellen Abwartehaltung des Marktes passt.
Die entscheidenden Impulse kommen nun von zwei Seiten: den verspäteten Juni-Zahlen und dem Q2-Bericht später im Monat. Bestätigt sich die Prognose von über 4.000 Milliarden Taiwan-Dollar Monatsumsatz, wäre das ein Rekordwert mit Signalwirkung für die gesamte Chipbranche.
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