Ein Kursziel-Sprung von fast 32 Prozent lässt aufhorchen. Citigroup hebt sein Kursziel für die taiwanesische Aktie von TSMC von 2.875 auf 3.800 taiwanesische Dollar an. Die Einstufung „Buy“ bleibt bestehen — die Begründung dahinter ist der eigentliche Hingucker.
Am Montag legte die TSMC-Aktie um 0,76 Prozent auf 399,00 Euro zu. Damit bleibt der Titel nur 5,11 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 420,50 Euro, das erst Anfang Juli erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 46,15 Prozent zu Buche, binnen zwölf Monaten hat sich der Kurs sogar mehr als verdoppelt.
Wachstum jenseits klassischer GPUs
Citigroup begründet die Anhebung mit einer Verschiebung der KI-Nachfrage. Nicht mehr nur klassische Grafikchips treiben das Geschäft, sondern zunehmend maßgeschneiderte KI-Chips, Tensor Processing Units, Netzwerkkomponenten und leistungsstarke CPUs. TSMC profitiert von all diesen Trends gleichzeitig — ein Vorteil, den kein anderer Auftragsfertiger in dieser Breite bietet.
Die Zahlen stützen diese Einschätzung bereits jetzt. Der Umsatz im Mai 2026 kletterte auf 416,98 Milliarden taiwanesische Dollar, ein Plus von 30,1 Prozent zum Vorjahr. Für das zweite Quartal erwarten Analysten einen Gewinn je ADR von rund 3,80 US-Dollar bei einem Umsatz von 40,02 Milliarden US-Dollar. Die offizielle Vorlage der Zahlen ist für Mitte Juli 2026 angesetzt.
2-Nanometer-Fertigung läuft an
Ein technologischer Meilenstein rückt näher: Die Fertigung der neuen AMD-EPYC-Serverprozessoren mit dem Codenamen „Venice“ hat begonnen. Diese Chips nutzen TSMCs fortschrittlichen 2-Nanometer-Prozess, produziert sowohl in Taiwan als auch in Arizona. Zum Einsatz kommen dabei spezialisierte Packaging-Technologien wie SoIC-X und CoWoS-L — Verfahren, die TSMCs Vorsprung im Bereich fortschrittlicher Chipverpackung weiter festigen.
Diese technologische Führungsposition kostet allerdings viel Geld. Citigroup schätzt, dass die Investitionsausgaben von TSMC im Zeitraum 2027 bis 2028 auf 75 bis 80 Milliarden US-Dollar steigen könnten. Für das laufende Jahr 2026 rechnen die Analysten bereits mit Ausgaben zwischen 52 und 56 Milliarden US-Dollar.
Stabilität in einem nervösen Marktumfeld
Während zahlreiche prominente KI-Aktien zuletzt von ihren Höchstständen zurückfielen, zeigt sich TSMC vergleichsweise robust. Der Wert notiert 9,26 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt und satte 37,26 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 290,70 Euro — ein Zeichen für einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend. Der RSI von 56,1 signalisiert dabei weder Überhitzung noch Schwäche.
TSMC selbst blickt optimistisch in die Zukunft. Der Konzern erwartet, dass der globale Halbleitermarkt bis 2030 die Marke von 1,5 Billionen US-Dollar überschreitet, getragen vor allem durch die fortschreitende Integration von KI und Hochleistungsrechnern in immer mehr Branchen.
Auch technologisch bleibt TSMC in Bewegung. Während Intel an einer beidseitigen Stromversorgung für seinen 1,4-Nanometer-Prozess arbeitet, um bei der Chipdichte aufzuschließen, plant TSMC bereits den nächsten Schritt: Die Massenproduktion des A16-Knotens soll 2027 starten, gefolgt vom A12-Knoten Ende 2029.
Im Fokus der kommenden Wochen stehen die offiziellen Quartalszahlen Mitte Juli. Viele Analysten rechnen zudem mit einer Anhebung der Umsatzprognose für 2026, sollte die Nachfrage nach modernster Fertigungskapazität anhalten.
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