Der weltweit führende Auftragsfertiger TSMC bereitet sich offenbar auf einen massiven Wachstumsschub vor und schraubt seine Pläne für den Ausbau der Produktionskapazitäten drastisch nach oben. Wie Bloomberg berichtet, haben sich die Schätzungen für den vierteljährlichen Bedarf an Chip-Fertigungsmaschinen seit Ende 2025 beinahe verdoppelt.
Laut Cliff Hou, dem Deputy Co-Chief Operating Officer des Unternehmens, liegen die aktuellen Prognosen für die Ausrüstungshäufe inzwischen beim 1,9-fachen der ursprünglichen Projektionen vom vergangenen Dezember.
Milliardeninvestitionen in globale Standorte
Diese deutliche Erhöhung der Investitionsplanung unterstreicht die aggressive globale Expansionsstrategie des taiwanischen Konzerns. Medienberichten zufolge plant TSMC Investitionen in Höhe von 265 Milliarden US-Dollar in Arizona, um die Präsenz in den USA massiv auszubauen. Parallel dazu nimmt das Engagement in Europa Gestalt an: Für die erste europäische Fabrik des Unternehmens wurden Investitionen von 4,06 Milliarden Euro angekündigt.
Diese Expansionsschritte folgen auf strategische Weichenstellungen der vergangenen Wochen. Vor gut drei Wochen besiegelte TSMC bereits die Zusammenarbeit mit Sony für ein Joint Venture in der japanischen Präfektur Kumamoto, das sich auf die Entwicklung und Produktion von Bildsensoren konzentrieren wird.
Während TSMC hierfür Bareinlagen von rund 282 Milliarden Yen plant, trägt Sony mit etwa 465 Milliarden Yen in Form von Cash und Vermögensübertragungen bei. Die Volumenproduktion an diesem Standort soll im Jahr 2029 anlaufen.
Analystenlob und Zuversicht im Management
Die operative Dynamik spiegelt sich auch in der Bewertung durch den Kapitalmarkt wider. Die Analysten von Stifel haben die Beobachtung der Aktie am vergangenen Dienstag mit einer Kaufempfehlung („Buy“) gestartet. Das Kursziel wurde dabei auf 515,00 US-Dollar festgesetzt.
An den deutschen Handelsplätzen zeigte sich das Papier zuletzt robust und beendete den gestrigen Handelstag bei 358,50 Euro. Damit notiert der Wert rund 12 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was den mittelfristig positiven Trend unterstreicht.
Zusätzliche Zuversicht signalisieren die jüngsten Transaktionen aus dem engsten Führungskreis des Unternehmens. Seit Anfang Juli haben Führungskräfte und Mitglieder des Board of Directors, darunter der CEO, der CFO und der COO, eigene Aktien im Wert von fast 800.000 US-Dollar über den freien Markt erworben.
Allein Vice President Bor-Zen Tien steigerte seine Beteiligung durch mehrere Käufe im August deutlich, zuletzt am 20. August durch den Erwerb von 4.000 Anteilen im Wert von rund 297.300 US-Dollar.
Dividendenanpassung und kommende Termine
Für Anleger bleibt die Aktie zudem als Dividendenzahler attraktiv. Das Board hat eine Anpassung der Bardividende für das erste Quartal 2026 genehmigt, wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Die angekündigte Ausschüttung beläuft sich auf 1,114 US-Dollar pro Aktie. Als Ex-Tag für diese Zahlung wurde der 16. September festgelegt.
Nach einem starken bisherigen Jahresverlauf, in dem die Aktie seit Jahresbeginn bereits um 39 Prozent zulegen konnte, richten sich die Blicke nun auf die nächsten operativen Daten. Am kommenden Donnerstag, den 10. September, wird das Unternehmen die monatlichen Umsatzzahlen für August veröffentlichen, die weitere Aufschlüsse über die aktuelle Auslastung der Fabriken geben dürften.
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