TSMC verdient mehr als je zuvor. Trotzdem warnt der Konzern seine Aktionäre vor sinkenden Margen. Der Grund: eine Rekordinvestition in den USA, die teurer wird als geplant.
Die Aktie notiert bei 366,00 Euro und verliert am Mittwoch 1,74 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 42,41 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 420,50 Euro trennen das Papier aktuell knapp 13 Prozent.
265 Milliarden Dollar für Arizona
TSMC hat seine US-Investitionspläne noch einmal aufgestockt. Nach einer zusätzlichen Zusage von 100 Milliarden Dollar liegt die Gesamtsumme für amerikanische Fabriken nun bei 265 Milliarden Dollar. Das Geld fließt in zwölf neue Werke für Chipfertigung und Packaging in Arizona.
Der Ausbau passt zur aktuellen Handels- und Industriepolitik der USA, die Chipproduktion zurück ins eigene Land holen will. Die schiere Größe des Projekts rückt nun aber die Kostenfrage in den Vordergrund.
CFO warnt vor Margenverlust
Finanzchef Rick Tsai hat die Aktionäre auf Konsequenzen vorbereitet. Die Inbetriebnahme der Auslandswerke werde die Bruttomarge des Konzerns verwässern, so Tsai. Zunächst rechnet er mit einem Rückgang um 2 bis 3 Prozentpunkte, später könnte der Effekt auf bis zu 4 Prozentpunkte steigen.
Analysten von Morningstar liefern eine Erklärung dafür. Ihren Schätzungen zufolge ist die Chipproduktion in den USA zwischen 20 und 50 Prozent teurer als in Taiwan. Höhere Löhne, teurere Materialien und komplexere Logistik treiben die Kosten – selbst mögliche Subventionen und Steuervorteile gleichen das nicht vollständig aus.
Starkes Quartal als Polster
Die Margenwarnung kommt kurz nach einem außergewöhnlich starken Quartalsbericht. Am 16. Juli meldete TSMC für das zweite Quartal 2026 einen Nettogewinn von 706,56 Milliarden Taiwan-Dollar – ein Plus von 77,4 Prozent zum Vorjahr. Der Umsatz kletterte um 36 Prozent auf 1.270,38 Milliarden Taiwan-Dollar, getragen vom anhaltenden Boom bei KI-Infrastruktur.
Um die steigenden Produktionskosten aufzufangen, verhandelt TSMC Berichten zufolge mit Großkunden wie Apple und Nvidia. Ab 2027 sollen die Preise für diese Kunden um bis zu 10 Prozent steigen. Parallel hebt der Konzern sein Investitionsbudget für 2026 an, auf nun 60 bis 64 Milliarden Dollar – ein Zeichen für das beschleunigte Tempo der globalen Kapazitätserweiterung.
Spitzentechnologie bleibt in Taiwan
Trotz des massiven Kapitalabflusses in die USA hält TSMC an einem Grundsatz fest: Die fortschrittlichste Forschung und Entwicklung bleibt zu Hause. Finanzchef Wendell Huang betont, dass die enge Verzahnung von Entwicklung und Fertigung in Taiwan unverzichtbar sei. Das gelte besonders für kommende Spitzenknoten wie A16 und die Sub-2-Nanometer-Generation.
Die Nachfrage nach KI-Chips treibt den Umsatz auf neue Rekorde. Wie viel davon am Ende bei der Marge ankommt, hängt jetzt davon ab, ob TSMC die höheren Fertigungskosten in den USA tatsächlich an Kunden wie Apple und Nvidia weitergeben kann.
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