Taiwans Wirtschaftsministerium hat grünes Licht für eine weitere Milliardeninvestition von TSMC in den USA gegeben. Der Chipkonzern darf 20 Milliarden Dollar zusätzlich in seine Tochtergesellschaft in Arizona stecken. Damit summiert sich das genehmigte Investitionsvolumen für die US-Aktivitäten auf 44 Milliarden Dollar.
Die Investment Review Abteilung des Ministeriums traf die Entscheidung am Donnerstag. Es ist bereits die sechste Genehmigung dieser Art für TSMCs US-Expansion. Das frische Kapital fließt in eine 12-Zoll-Wafer-Fabrik und eine Anlage für fortschrittliches Packaging in Arizona.
Taiwan bleibt das Herzstück der Produktion
Trotz des Ausbaus in den USA stellte Taiwans Wirtschaftsminister klar: Amerika werde die Produktionskapazität in Taiwan nicht einholen. Dort plant TSMC 16 Fabriken sowie moderne Anlagen für Chip-on-Wafer-on-Substrate-Packaging. Washington will zwar die heimische Chipfertigung stärken, bleibt aber auf absehbare Zeit von Taiwan abhängig.
Das Wachstum bei TSMC hängt fast vollständig an einem Trend: Künstliche Intelligenz. 74 Prozent des Konzernumsatzes stammen mittlerweile aus Chips mit 7 Nanometern oder kleiner. Genau diese fortschrittlichen Nodes will TSMC laut Marktberichten um 5 bis 10 Prozent verteuern. Die Nachfrage aus KI-Rechenzentren, Smartphones und PCs gibt dem Konzern offenbar genug Preissetzungsmacht dafür.
Aktie nahe Rekordhoch
Am Kapitalmarkt spiegelt sich die Dynamik deutlich wider. Die TSMC-Aktie schloss am Freitag bei 396,00 Euro, ein Tagesplus von 4,21 Prozent. Auf Jahressicht steht ein Kursgewinn von 45,05 Prozent zu Buche, binnen zwölf Monaten hat sich der Kurs nahezu verdoppelt.
Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 420,50 Euro, erreicht erst am 1. Juli. Nur knapp sechs Prozent fehlen der Aktie derzeit zu dieser Marke. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt derweil satte 36,70 Prozent — ein Hinweis auf den steilen Aufwärtstrend der vergangenen Monate.
Im Juli meldet TSMC die Zahlen für das zweite Quartal 2026. Das Management rechnet mit einem Umsatz zwischen 39 und 40,2 Milliarden Dollar. Bei der operativen Marge peilt der Konzern 56,5 bis 58,5 Prozent an. Die Expansion ins Ausland und die Entwicklung der 2-Nanometer-Technologie könnten die Bruttomarge kurzfristig etwas belasten. Langfristig soll genau das aber geopolitische Risiken verringern und den technologischen Vorsprung sichern.
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