TSMC-Aktien legen zum Wochenschluss kräftig zu. Am Freitag springt der Kurs um 4,21 Prozent auf 396,00 Euro. Damit rückt der Titel nah an sein Rekordhoch heran, während der Markt gespannt auf die Juni-Umsatzzahlen wartet.
Diese monatliche Kennziffer gilt als früher Indikator für den offiziellen Quartalsbericht, der noch im Juli ansteht. Und die Erwartungen sind hoch.
Analysten rechnen mit Rekord-Juni
Für April und Mai meldete TSMC bereits einen addierten Umsatz von 827,7 Milliarden Taiwan-Dollar. Analysten schätzen nun, dass allein der Juni rund 440 Milliarden Taiwan-Dollar bringen könnte. Damit würde der Konzern seine eigene Prognose für das zweite Quartal übertreffen.
Diese Prognose lag ursprünglich zwischen 39 und 40,2 Milliarden US-Dollar. Der Optimismus stützt sich auf hohe Auslastung der 3-Nanometer- und 5-Nanometer-Fertigungslinien. Treiber ist vor allem die ungebrochene Nachfrage nach KI-Prozessoren und Hardware für High-Performance-Computing.
2-Nanometer-Kapazitäten bis 2026 ausgebucht
Der eigentliche Wachstumstreiber liegt aber weiter in der Zukunft: dem Ausbau der fortschrittlichsten Fertigungsknoten. TSMC hat seine 2-Nanometer-Kapazität für die N2-Chips bereits bis 2026 komplett verkauft. Der Konzern fährt aktuell fünf Fabriken gleichzeitig hoch, um die Nachfrage großer Kunden aus Smartphone- und Rechenzentrumssektor zu bedienen.
Technologisch vollzieht TSMC beim 2-Nanometer-Knoten einen Wechsel von der FinFET- zur Nanosheet-Architektur. Das soll Leistung und Energieeffizienz spürbar verbessern. Die Serienproduktion der verbesserten N2P-Variante startet in der zweiten Jahreshälfte 2026 und soll die Marktführerschaft im Foundry-Geschäft weiter festigen.
Preisdruck in der gesamten Branche
Der Halbleitersektor kämpft derzeit mit einer spürbaren Angebotsverknappung. Mehr als 20 große Chiphersteller haben bereits ihre zweite Preiserhöhung in diesem Jahr angekündigt. Bei manchen Komponenten liegen die Aufschläge zwischen 10 und 25 Prozent.
Steigende Kosten für Spezialgase, Chemikalien und Foundry-Dienstleistungen treffen die gesamte Lieferkette. Für Marktführer wie TSMC bedeutet dieses Umfeld allerdings tendenziell mehr Preissetzungsmacht und stützt damit das Umsatzwachstum.
Charttechnik zeigt Spielraum nach oben
Der Freitagsschluss bei 396,00 Euro bringt die Aktie bis auf 5,83 Prozent an ihr 52-Wochen-Hoch von 420,50 Euro heran, erreicht erst Anfang Juli. Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 55,2 – ein neutraler bis positiver Wert, der die überkaufte Zone jenseits von 70 klar verfehlt. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 363,12 Euro beträgt der Abstand 9,05 Prozent.
Auf Jahressicht steht die Aktie mit 45,05 Prozent im Plus, binnen zwölf Monaten hat sie sich nahezu verdoppelt. Vom 52-Wochen-Tief bei 194,40 Euro, markiert im Juli 2025, hat sich der Kurs damit mehr als verdoppelt.
Die Juni-Umsatzzahlen dürften in den kommenden Tagen veröffentlicht werden und liefern den ersten konkreten Hinweis darauf, ob TSMC seine eigene Prognose tatsächlich übertrifft. Der offizielle Quartalsbericht folgt noch im Juli.
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