Während die gesamte Chipbranche unter neuen Sorgen um das Tempo der KI-Entwicklung leidet, meldet TSMC operative Fortschritte, die deutlich über bisherige Schätzungen hinausgehen. Der Ausbau der fortschrittlichen 2-Nanometer-Fertigung läuft schneller als geplant — ein Kontrast, der aufhorchen lässt.
Die monatliche Kapazität für den 2-Nanometer-Prozess soll bis Ende 2026 rund 120.000 Wafer erreichen. Bisherige Erwartungen lagen bei 90.000 bis 100.000 Wafern.
Der Sprung nach oben speist sich aus der Nachfrage von Kunden wie Apple, Nvidia, AMD, Qualcomm und MediaTek, die ihre Bestellungen für die 2-Nanometer-Familie zuletzt um 10 bis 20 Prozent angehoben haben.
Fünf neue Fabs treiben das Wachstum
TSMC bringt in diesem Jahr fünf 2-Nanometer-Werke ans Netz — zwei in Hsinchu, drei in Kaohsiung. Der Output im ersten Produktionsjahr soll laut Unternehmensangaben 45 Prozent über dem vergleichbaren Wert der 3-Nanometer-Generation aus dem Jahr 2023 liegen. Für den Zeitraum 2026 bis 2028 rechnet TSMC mit einem jährlichen Kapazitätswachstum von rund 70 Prozent.
Diese Zahlen fallen in eine Phase, in der der breitere Markt nervös reagiert. Sorgen über ein möglicherweise gedrosseltes Tempo bei der KI-Entwicklung hatten am Montag südkoreanische und chinesische Chipwerte spürbar unter Druck gesetzt — SK Hynix und Samsung Electronics verloren jeweils rund 5 Prozent, chinesische Namen wie Cambricon oder SMIC folgten mit Abschlägen im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Auslöser war eine Meldung von OpenAI, das Training und bestimmte Anwendungen seiner leistungsfähigsten Modelle wegen eines Sicherheitsvorfalls pausiert hat.
Der taiwanische Aktienmarkt blieb am Montag wegen eines Feiertags geschlossen, TSMC-Aktien handelten entsprechend nicht. Die operative Meldung zur Kapazitätsausweitung dürfte damit erst zeitverzögert in den Kurs einfließen.
Nachfrage trifft auf Skepsis
Die Diskrepanz zwischen der operativen Stärke bei TSMC und der Stimmung im übrigen Sektor wirft ein Schlaglicht auf die aktuelle Marktlage. Während Kunden ihre Bestellungen für die modernste Fertigungstechnologie aufstocken, fragen sich Investoren andernorts, ob das Investitionstempo in KI-Infrastruktur nachhaltig ist.
Bereits Anfang des Monats hatten Äußerungen von Führungskräften wie Anthropic-Chef Dario Amodei und OpenAI-Chef Sam Altman zu einem moderateren Entwicklungstempo für Unruhe gesorgt.
Für TSMC bleibt die konkrete Auftragslage vorerst der wichtigste Gradmesser. Steigt die Nachfrage nach 2-Nanometer-Kapazität tatsächlich in dem gemeldeten Tempo weiter, würde das die Wachstumsstory des Unternehmens für die Jahre bis 2028 untermauern — unabhängig davon, wie sich die Debatte um das KI-Entwicklungstempo an anderer Stelle des Sektors weiterentwickelt.
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