TSMC Aktie: 10 Prozent Preiserhöhung 2027 geplant

TSMC profitiert vom KI-Boom: Volle Auftragsbücher, geplante Preiserhöhungen und eine 100-Milliarden-Investition in die USA prägen die Strategie des Chipauftragsfertigers.

Auf einen Blick:
  • Kapazitäten für 3-Nanometer-Chips ausgebucht
  • Preiserhöhung von zehn Prozent geplant
  • 100 Milliarden Dollar Investition in Arizona
  • Insiderkäufe von zwei Vizepräsidenten

Am morgigen Mittwoch blickt die gesamte Halbleiterbranche auf Nvidia. Der US-Konzern ist mit einem Umsatzanteil von mehr als 20 Prozent der wichtigste Kunde von TSMC. Da Analysten für Nvidia ein historisches Quartal mit einem Umsatzsprung auf rund 91 Milliarden US-Dollar erwarten, rückt der taiwanische Fertiger unmittelbar vor der Veröffentlichung in den Fokus der Anleger.

Während die TSMC-Aktie im bisherigen Jahresverlauf bereits ein Plus von 39 Prozent verzeichnete, notiert das Papier mit 357,50 Euro aktuell noch rund 15 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 420,50 Euro.

Preismacht bei fortschrittlichen Fertigungsverfahren

Die Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz (KI) sorgt bei TSMC für eine angespannte Kapazitätssituation. Medienberichten zufolge sind die Kapazitäten für die 3-Nanometer-Fertigung bereits bis in das Jahr 2027 hinein vollständig ausgebucht.

Auch für die kommende 2-Nanometer-Generation, deren Serienproduktion für 2026 geplant ist, sind die ersten Kontingente bereits vergeben. Diese starke Marktposition nutzt das Unternehmen offenbar für Anpassungen seiner Preisstruktur.

Laut Berichten der Nikkei plant TSMC für das Jahr 2027 eine Preiserhöhung von rund zehn Prozent. Damit reagiert der Konzern auf den immensen Investitionsbedarf und den globalen Wettbewerb. Konkurrent Samsung hat bereits reagiert und die Preise für seine Foundry-Dienstleistungen um bis zu 15 Prozent angehoben.

Dass die Kunden diese Aufschläge akzeptieren, unterstreicht die Dominanz der führenden Auftragsfertiger im aktuellen KI-Zyklus. Analysten von Goldman Sachs prognostizieren vor diesem Hintergrund einen deutlichen Anstieg der weltweiten Ausgaben für Chip-Produktionsanlagen, getrieben insbesondere durch den Hochlauf der N2-Technologie bei TSMC.

Engpässe und Chancen beim Packaging

Ein kritischer Faktor bleibt das sogenannte Advanced Packaging, insbesondere die CoWoS-Technologie (Chip-on-Wafer-on-Substrate). Hier führen Kapazitätsengpässe und Herausforderungen bei der Ausbeute dazu, dass Wettbewerber wie Intel eine Chance wittern.

Laut Marktbeobachtern könnten Intel-Technologien wie EMIB für bestimmte Projekte von Google oder MediaTek attraktiv werden, falls TSMC die Nachfrage nicht zeitnah decken kann. Dennoch bleibt TSMC der zentrale Akteur: Die Analysten von Morgan Stanley erwarten, dass der Bedarf an CoWoS-Wafern allein für AMD-Produkte bis 2027 um über 300 Prozent steigen wird.

Parallel dazu treibt das Unternehmen seine internationale Expansion voran. Vor über einem Monat wurde bekannt, dass TSMC rund 100 Milliarden US-Dollar in neue Kapazitäten in Arizona investiert. Diese langfristige Strategie wird durch solide Finanzierungsmaßnahmen untermauert.

Im August platzierte das Unternehmen Anleihen in zwei Tranchen mit einem Gesamtvolumen von 18,5 Milliarden Neuen Taiwan-Dollar (NT$). Die Tranchen haben Laufzeiten bis 2031 und 2036 bei Zinssätzen von 2,03 beziehungsweise 2,10 Prozent.

Vertrauensbeweis durch das Management

Zusätzliches Vertrauen signalisierten zuletzt Führungskräfte aus der obersten Managementebene. Aus Mitteilungen an die US-Börsenaufsicht geht hervor, dass zwei Vizepräsidenten des Unternehmens Ende Juli ihre privaten Aktienbestände um jeweils 5.000 Anteile aufgestockt haben. Solche Insiderkäufe werden am Markt oft als Indikator für eine positive Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung gewertet.

Insgesamt profitiert TSMC von einem Marktumfeld, in dem der Halbleiterumsatz laut Prognosen von Gartner im Jahr 2026 auf rund 1,6 Billionen US-Dollar steigen könnte. Dabei werden KI-Rechenzentren schätzungsweise für mehr als 30 Prozent des gesamten Chipbedarfs verantwortlich sein.

Trotz der kurzfristigen Volatilität im Sektor und geopolitischer Spannungen in der Taiwanstraße bleibt die fundamentale Nachfrage nach den Hochleistungschips von TSMC ungebrochen, was sich in der Erwartung steigender Gewinne für das laufende Geschäftsjahr widerspiegelt.

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