Trump Media Aktie: Vorsprung wird verkauft

Trump Media startet kostenpflichtigen Datenfeed für Truth-Social-Beiträge. Banken und Handelsfirmen erhalten so einen Informationsvorsprung vor der Öffentlichkeit.

Auf einen Blick:
  • Kostenpflichtiger Datenfeed 'Truth API' vorgestellt
  • Schnellster Zugriff auf Trumps Beiträge
  • Neue Einnahmequelle für Trump Media
  • Kritik an ungleichen Marktchancen

Wenn der US-Präsident postet, bewegen sich Märkte. Trump Media & Technology Group will aus diesem Phänomen jetzt ein Produkt machen — und verkauft Börsenprofis den entscheidenden Zeitvorsprung.

Das Unternehmen hinter der Plattform Truth Social hat einen kostenpflichtigen Datenfeed vorgestellt. „Truth API“ heißt das Produkt und soll Banken und Handelsfirmen die schnellste verfügbare Zugriffsmöglichkeit auf Beiträge der zehn einflussreichsten Truth-Social-Konten bieten — darunter die Accounts von Donald Trump selbst, seinen Söhnen Donald Jr. und Eric sowie prominenten Unterstützern wie Dan Bongino und Sean Hannity. Der Dienst soll deutlich schneller liefern als eine gewöhnliche Push-Benachrichtigung und ein Archiv bis ins Jahr 2022 umfassen.

Ein neues Geschäftsfeld für TMTG

Für Trump Media ist der Schritt der erste Vorstoß in die Datenlizenzierung — und eine neue Einnahmequelle für ein Unternehmen, das im Mediengeschäft mit deutlich größeren Konkurrenten kämpft. Interim-Chef Kevin McGurn sprach von einer Quelle, die sich zu einer „bedeutenden, dauerhaften“ Einnahmequelle entwickeln könnte. Erste Kunden seien bereits vor dem geplanten Start am 1. August unter Vertrag.

Der Hintergrund: Trumps Truth-Social-Beiträge haben in der Vergangenheit wiederholt globale Indizes bewegt, etwa mit Ankündigungen zu Zolltarifen oder Handelsbeschränkungen gegenüber China. Algorithmische Handelsfirmen gelten als Zielgruppe des neuen Feeds, da für sie jede Sekunde Informationsvorsprung zählt.

Kritik an ungleichen Chancen

Der Trump Revocable Trust, verwaltet von Trumps Kindern, hält rund 114,75 Millionen Aktien und damit etwa 41 Prozent der TMTG-Anteile. Genau diese Nähe zwischen Präsident und Unternehmen sorgt für Kritik: Der demokratische Senator Ron Wyden warf dem Modell vor, gezielt Wall-Street-Händler zu bereichern. Ein auf Wertpapierrecht spezialisierter Anwalt ordnete die Praxis dagegen als rechtlich zulässig ein — Plattformen dürften Kunden gestaffelten Zugang zu Informationen anbieten, auch wenn dies unfair wirke.

Firmen, die Truth-Social-Daten bislang ohne Erlaubnis abgriffen haben, sollen mit dem neuen Produkt vor eine klare Wahl gestellt werden. McGurn kündigte an, für alle, die nicht direkt über TMTG gehen, „Reibung“ zu erzeugen. Ob sich Truth API zu einer tragenden Einnahmesäule entwickelt, hängt nun davon ab, wie viele Handelsfirmen bis zum Start Anfang August tatsächlich zahlende Kunden werden.

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