Tronox will gemeinsam mit dem japanischen Partner JX Advanced Metals eine eigene Lieferkette für Seltene Erden aufbauen. Beide Unternehmen unterzeichneten gestern eine Kooperations- und Investitionsvereinbarung. Sie stellen zu gleichen Teilen insgesamt 32 Millionen US-Dollar für mehrere technische Studien und den Bau einer Pilotanlage bereit.
Das Vorhaben umfasst zwei zentrale Standorte in Australien und den USA. In Rockingham im Bundesstaat Westaustralien ist eine definitive Machbarkeitsstudie für eine Aufschluss- und Laugungsanlage geplant. Parallel dazu prüfen die Partner in einer Vor-Machbarkeitsstudie eine Raffinerie für Seltene-Erden-Oxide in Hamilton im US-Bundesstaat Mississippi.
Produktionsziel von 10.000 Tonnen jährlich
Zusätzlich sieht die Vereinbarung eine Pilotanlage in den USA für hochreine Oxide vor. Die Arbeiten sollen im Oktober 2026 starten und bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Bei einer erfolgreichen Umsetzung peilen die beiden Partner eine Gesamtkapazität von bis zu 10.000 Tonnen Seltene-Erden-Oxide pro Jahr an.
Tronox nutzt dafür eigene Rohstoffvorkommen. Zu den identifizierten Mineralien zählen unter anderem Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium. Das Unternehmen prüft zudem die spätere Gewinnung weiterer kritischer Mineralien wie Niob, Scandium, Zirkonium und Hafnium.
Ein verbindlicher Bauauftrag ist mit der aktuellen Vereinbarung noch nicht verbunden. Erst wenn die technische, wirtschaftliche und ökologische Tragfähigkeit nachgewiesen ist, wollen beide Seiten ein mögliches Joint Venture für Bau und Betrieb prüfen. Für eine spätere Finanzierung laufen bereits Vorgespräche mit staatlich gestützten Institutionen, darunter die US Export-Import Bank und Export Finance Australia.
An der Börse wird der Rohstoffkonzern zurückhaltend bewertet. Die Aktie notiert bei 3,50 Euro, womit sich die Marktkapitalisierung auf 559,22 Millionen Euro beläuft. Für Anleger kommt es nun darauf an, ob aus den Machbarkeitsstudien bis Ende 2027 ein wirtschaftlich tragfähiges Produktionsnetzwerk entsteht.
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