Trelleborg hat im dritten Quartal so viel verdient wie nie zuvor in einem einzelnen Quartal. Der schwedische Polymerspezialist profitiert von der starken Nachfrage aus Luftfahrt und Halbleiterindustrie und blickt für das Schlussquartal zuversichtlich voraus.
Sealing Solutions zieht das Ergebnis
Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 9,23 Milliarden schwedische Kronen, organisch um sechs Prozent. Das bereinigte EBITA legte um 16 Prozent auf 1,78 Milliarden Kronen zu, die Marge kletterte auf 19,3 Prozent nach 18,1 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie wuchs um 23 Prozent auf 5,15 Kronen.
Den Motor liefert der Bereich Sealing Solutions. Dessen bereinigtes EBITA sprang um 26 Prozent, die Marge weitete sich auf 23,6 Prozent aus. Das Geschäft mit Halbleiterkunden wuchs vor allem in Asien kräftig, die Luftfahrt entwickelte sich weltweit sehr stark. Beide Segmente machen nur einen kleinen Teil des Konzernumsatzes aus, Halbleiter etwa vier bis fünf Prozent. Sie sind aber profitabler als der Durchschnitt und heben die Marge.
Die anderen Sparten liefen schwächer. Industrial Solutions wuchs organisch um vier Prozent, die Marge sank auf 14,7 Prozent. Der Grund: Im Vorjahr hatte ein besonders margenstarkes Projekt das Bild verzerrt. Medical Solutions verzeichnete ein organisches Minus von einem Prozent, die Marge fiel auf 19,0 Prozent. Das Management verweist auf die hohe Vergleichsbasis und eine Schwäche in Asien.
Ausblick und Zukäufe
Für das vierte Quartal erwartet Trelleborg eine Nachfrage auf dem Niveau des dritten Quartals oder leicht darüber. Im Juli hatte der Konzern noch einen leichten Rückgang in Aussicht gestellt. Das organische Wachstum soll mindestens bei rund sechs Prozent liegen, mit etwas Spielraum nach oben, falls Projektlieferungen planmäßig abgenommen werden. Die geopolitische Lage bleibt ein Unsicherheitsfaktor.
Die Restrukturierungskosten für 2026 hebt das Unternehmen von 375 auf 550 Millionen Kronen an. Projekte, die eigentlich für 2027 vorgesehen waren, sollen vorgezogen werden. Das dürfte die Belastung im kommenden Jahr senken.
Parallel dazu baut Trelleborg per Zukauf aus. Die US-Luftfahrtzulieferer Cascade Gasket und Tri-Mack kommen hinzu, jeweils mit rund 300 Millionen Kronen Umsatz im Jahr 2025. Cascade soll im vierten Quartal abgeschlossen werden, Tri-Mack im ersten Quartal 2027. Aktienrückkäufe von rund 500 Millionen Kronen pro Quartal will der Konzern fortsetzen.
Die Reaktion fiel verhalten aus. Vorbörslich legte die Aktie um knapp ein halbes Prozent zu. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie übertraf Trelleborg die Erwartungen leicht, beim Umsatz lag der Konzern nahe an der Prognose. Eine Überraschung blieb aus.
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