Die Quartalszahlen liegen im Plan, die Bestellungen hinken den Erwartungen hinterher. TRATON bestätigt nach neun Monaten die Jahresziele, doch der Auftragseingang fiel schwächer aus als erhofft. Die Aktie gab im frühen Handel leicht nach.
Zahlen im Rahmen, Orders unter Schätzung
Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um drei Prozent auf 33,3 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis wuchs um 13 Prozent auf 2,31 Milliarden Euro und traf die Erwartungen. Die Marge verbesserte sich auf 6,9 Prozent, nach 6,3 Prozent im Vorjahr. Getragen wurde das vom Servicegeschäft und von TRATON Financial Services, dazu kamen günstige Preis- und Mengeneffekte. Höhere Zoll- und Rohstoffkosten bremsten.
Beim Auftragseingang legte der Konzern um ein Viertel auf 253.147 Fahrzeuge zu. Allein im dritten Quartal waren es 14 Prozent mehr. Jefferies-Analyst Michael Aspinall sieht die Orders rund 10 Prozent unter den Schätzungen. JPMorgan-Experte Jose Asumendi bewertet Nachfrageumfeld und Auftragsbuch dagegen als positiv. Die Aktie verlor zeitweise 0,7 Prozent auf 32,44 Euro und steht im Jahresverlauf mit rund 6 Prozent im Plus.
Nordamerika zieht an, Südamerika bremst
Regional ergibt sich ein gemischtes Bild. In Nordamerika stiegen die Lkw-Bestellungen in den neun Monaten um 105 Prozent, im Vorjahr hatten die US-Zollwirren die Spediteure verunsichert. In Europa wuchsen die Orders um 7 Prozent, in Deutschland lagen sie nach neun Monaten noch im Minus, im dritten Quartal aber im Plus.
In Südamerika verlor die Dynamik an Fahrt, nachdem die Mittel der zweiten Tranche des brasilianischen Förderprogramms „Move Brasil“ aufgebraucht waren. Im asiatisch-pazifischen Raum legten die Bestellungen kräftig zu, gestützt durch die neue Scania-Baureihe für den chinesischen Fernverkehr.
Bei den Marken fällt Volkswagen Truck & Bus aus der Reihe. Die bereinigte Marge sank dort auf 10,4 Prozent, nach 12,4 Prozent im Vorjahr. Scania verbesserte sich auf 11,6 Prozent, MAN auf 6,2 Prozent. International Motors kam nur auf 1,7 Prozent.
Ausblick bestätigt, CO₂-Druck bleibt
Finanzchef Michael Jackstein erwartet für das vierte Quartal eine weiter positive Entwicklung. Die hohen Auftragseingänge der vergangenen Quartale wandelten sich nun in Absatz, in Nordamerika dürfte der Markt gegen Jahresende weiter anziehen.
Für 2026 peilt TRATON ein Absatz- und Umsatzwachstum von 0 bis 7 Prozent an. Die bereinigte operative Marge soll zwischen 6,3 und 7,3 Prozent liegen. Vorbehalte macht der Konzern bei der US-Zollpolitik und dem Krieg im Iran.
CEO Christian Levin mahnt zudem beim Thema Elektro. Der Absatz batterieelektrischer Fahrzeuge legte zwar um 30 Prozent zu, reicht aber nach seinen Worten nicht für die EU-CO₂-Ziele. Potenzielle Strafzahlungen in Millionenhöhe drohen, die Rahmenbedingungen müssten nachziehen. Im vierten Quartal rechnet TRATON saisonüblich mit einem stärkeren Netto-Cashflow im Kerngeschäft.
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