Kaum ein Flugzeugteile-Zulieferer wächst so verlässlich wie TransDigm. Im dritten Geschäftsquartal hat der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen und die Jahresprognose erneut angehoben. Im Hintergrund wirft allerdings ein gestoppter Milliarden-Deal ein Schlaglicht auf die Grenzen der aggressiven Übernahmestrategie.
Starkes Quartal, höhere Prognose
Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 23 Prozent auf 2.741 Millionen Dollar. Analysten hatten im Vorfeld mit rund 2,67 Milliarden Dollar gerechnet – TransDigm hat diese Marke klar übertroffen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 10,87 Dollar und lag damit über der Konsensschätzung von 10,28 Dollar.
Alle drei Geschäftsbereiche – kommerzielles Aftermarket-Geschäft, kommerzielles OEM-Geschäft und Verteidigung – wuchsen zweistellig. Das Aftermarket-Geschäft, traditionell margenstärkstes Segment des Konzerns, legte um 17 Prozent zu. Die EBITDA-Marge sank dennoch von 54,4 auf 52,8 Prozent, weil zugekaufte Geschäfte das Konzernprofil verwässern.
Für das Gesamtjahr rechnet TransDigm nun mit Nettoerlösen zwischen 10,47 und 10,55 Milliarden Dollar sowie mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 40,62 bis 41,46 Dollar. Beide Werte liegen über der zuvor kommunizierten Spanne.
Übernahmen trotz Kartellbremse
Erst im Juli musste TransDigm die geplante Übernahme von Stellant Systems für 960 Millionen Dollar aufgeben, nachdem das US-Justizministerium in Abstimmung mit dem Verteidigungsministerium eine Klage angedroht hatte. Zwei Wochen später kündigte der Konzern stattdessen die Übernahme von Prince & Izant für rund 1,07 Milliarden Dollar an – ein Hersteller von Hartlötlegierungen für Luftfahrt- und Industrieanwendungen, der aus wettbewerbsrechtlicher Sicht als unkritischer gilt.
Bereits im April hatte TransDigm zudem Jet Parts Engineering und Victor Sierra für rund 2,2 Milliarden Dollar in bar übernommen. Morgan Stanley reagierte auf die Serie von Rückschlägen und Neuausrichtungen mit einer Abstufung auf „Hold“, verwies dabei auf die Sorge, ob der Konzern künftig noch genügend Ziele für werttreibende Zukäufe findet.
Kapitalrückführung bleibt hoch
Parallel zur Übernahmetätigkeit hat TransDigm im dritten Quartal Aktien im Wert von rund einer Milliarde Dollar zurückgekauft, seit Jahresbeginn summieren sich die Rückkäufe auf über 1,8 Milliarden Dollar. Finanziert wird die Kombination aus Zukäufen und Rückkäufen unter anderem über eine im April platzierte Anleihe- und Kredittranche im Volumen von 1,5 Milliarden Dollar.
Der Vorstand betonte anlässlich der Zahlen, weiterhin über ausreichend Liquidität und finanzielle Flexibilität zu verfügen, um kurzfristige Kapitalanforderungen zu bedienen. Die Prince-&-Izant-Übernahme ist in der aktuellen Jahresprognose noch nicht eingepreist – ein möglicher zusätzlicher Wachstumstreiber für das laufende Geschäftsjahr, das im September endet.
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