Toyota forciert den Einsatz von Wasserstoffantrieben im Nutzfahrzeugsegment. Am heutigen Montag hat der japanische Automobilkonzern die Markteinführung der neuen Generation seines Brennstoffzellen-Linienbusses Sora bekannt gegeben. An den Aktienmärkten stieß die Nachricht auf ein positives Echo: Das Papier kletterte heute um 3,0 Prozent auf 16,48 Euro.
Das gemeinsam mit dem Nutzfahrzeughersteller Isuzu entwickelte Modell kombiniert eine vollelektrische Niederflur-Plattform mit Toyotas Brennstoffzellentechnologie. Durch die ebene Bodenkonstruktion soll der städtische Personennahverkehr barrierefreier werden, während Sicherheitsfunktionen wie ein automatisches Nothaltsystem bei Fahrerausfall integriert sind.
Mehr Reichweite trotz kleinerer Tanks
Gegenüber der ersten Modellgeneration weist das Fahrzeug spürbare Effizienzgewinne auf. Toyota beziffert die Reichweite als Referenzwert auf mehr als 300 Kilometer, was einem Zuwachs von rund 100 Kilometern entspricht. Zugleich konnte die Gesamtkapazität der Wasserstofftanks um rund 20 Prozent verringert werden.
Die tatsächliche Reichweite im Alltagsbetrieb hängt von Bedingungen wie der Außentemperatur, dem Verkehrsaufkommen und dem Einsatz der Klimaanlage ab. Das Betanken dauert laut Unternehmensangaben im Referenzbetrieb rund zehn Minuten und könnte sich bei künftigen Hochgeschwindigkeitsstationen weiter verkürzen. Zudem kann der Bus bei Notfällen als mobile Stromquelle eingesetzt werden.
Für den Antrieb der Stadtversion sorgen zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 220 Kilowatt und einem Drehmoment von 970 Newtonmetern. Der Brennstoffzellen-Stack liefert dabei eine Leistung von 113 Kilowatt.
Brennstoffzellen-Ausbau und Pick-up-Pläne
Die Markteinführung des Busses fügt sich in die langfristige Wasserstoffstrategie des Konzerns ein. Seit dem Marktstart der Limousine Mirai baut das Unternehmen auch das Zuliefergeschäft mit externen Partnern aus, die die Brennstoffzellensysteme in Schienenfahrzeugen oder stationären Generatoren einsetzen.
Bis Ende September lieferte der Konzern mehr als 3.500 Brennstoffzellensysteme an über 100 Kunden weltweit aus. Diese Technologie soll in den kommenden Jahren auch in weiteren Segmenten zur Anwendung kommen.
Laut einem Bericht von MotorFan bereitet Toyota derzeit die Einführung eines wasserstoffbetriebenen Hilux für den europäischen Markt vor. Neben reinen Elektrofahrzeugen setzt der Konzern im Rahmen seines vielgleisigen Ansatzes weiterhin auf Hybride, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellen, um unterschiedliche Kundenbedürfnisse und infrastrukturelle Gegebenheiten abzudecken.
Für das Serienmodell des Hilux FCEV visiert das Unternehmen eine Markteinführung im Jahr 2028 sowie eine Reichweite von über 400 Kilometern an. An den Börsen überwiegt trotz der jüngsten Zugewinne die Vorsicht: Seit Jahresanfang liegt die Aktie mit 10 Prozent im Minus.
Für Verkehrsbetriebe und Flottenkunden bietet der Wasserstoffantrieb zwar schnelle Betankungszeiten, setzt jedoch ein verlässliches Versorgungsnetz voraus. Der weitere Markterfolg von Toyotas Brennstoffzellenprogrammen hängt damit maßgeblich davon ab, wie zügig die Betankungsinfrastruktur in den Zielregionen ausgebaut wird.
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