TotalEnergies dreht den Geldhahn für seine Aktionäre weiter auf. Der Ölkonzern bestätigt nicht nur seine Wachstumsziele bis 2030, er verspricht auch mehr Bargeld für Anleger — angetrieben von hohen Rohstoffpreisen und wachsender Förderung.
Das Management kündigte an, die Dividende bis 2030 jährlich um mehr als fünf Prozent anzuheben. Parallel stockt der Konzern die Aktienrückkäufe auf: Im vierten Quartal 2026 sollen eigene Aktien im Wert von 2,5 Milliarden Dollar erworben werden, im ersten Quartal 2027 zwischen 2 und 2,5 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal 2026 lag das Volumen noch bei 1,5 Milliarden Dollar — die Aufstockung fällt also spürbar aus.
Ölpreise und Förderwachstum treiben den Cashflow
Hinter der Großzügigkeit steckt ein handfester Grund. Die Konflikte zwischen den USA und dem Iran sowie der andauernde Krieg zwischen Russland und der Ukraine trieben die Notierungen für Rohöl und Treibstoffe nach oben. Zwar musste TotalEnergies Teile seiner Förderung am Persischen Golf drosseln, Zuwächse in anderen Regionen glichen diese Ausfälle aber mehr als aus.
Bis 2030 soll der freie Cashflow bei gleichen Preisannahmen um rund 10 Milliarden Dollar steigen — das entspricht mehr als 4 Dollar je Aktie. Die Öl- und Gasförderung soll dabei jährlich im Schnitt um 3 Prozent wachsen, angetrieben von mehreren kostengünstigen, emissionsarmen Projekten, die derzeit entstehen. Bei der Stromproduktion rechnet das Management sogar mit einem jährlichen Plus von mehr als 20 Prozent.
Mindestens 40 Prozent der Barmittel sollen künftig über Dividenden und Rückkäufe an die Eigner fließen, der Rest dient unter anderem der Schuldentilgung. Möglich wird die großzügigere Ausschüttung auch durch die Bilanzstärke: Die Verschuldungsquote soll bis Ende 2026 unter 10 Prozent fallen.
Politischer Gegenwind trotz Rekordgewinnen
Während bei TotalEnergies die Kassen klingeln, spüren viele französische Haushalte die hohen Energiepreise direkt im Portemonnaie. Oppositionsparteien fordern immer lauter Sondersteuern auf die Übergewinne der Ölkonzerne. Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron verzichtete bislang darauf und setzt stattdessen auf gezielte Hilfen für Fischer, Landwirte und einkommensschwache Haushalte.
TotalEnergies selbst versucht, die Wogen an der Zapfsäule zu glätten, und hat die Preise für Benzin und Diesel an seinen französischen Tankstellen gedeckelt. Für den Zeitraum von 2027 bis 2032 plant der Konzern zudem höhere Nettoinvestitionen von 14 bis 17 Milliarden Dollar pro Jahr — etwas mehr als bisher für die Zeit bis 2030 vorgesehen.
Die Aktie reagierte auf die Ankündigungen freundlich und baute ihr Jahresplus auf rund 45 Prozent aus. Neue Förderprojekte in Namibia, Mosambik und Papua-Neuguinea sollen ab 2030 für weiteres Wachstum sorgen — ein Signal, dass der Konzern trotz der politischen Debatte in Paris auf Expansion statt auf Zurückhaltung setzt.
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