Das Analysehaus Pareto Securities hat das Kursziel für Tomra ASA gesenkt. Die Experten reduzieren ihre Zielmarke heute von 193 auf 173 norwegische Kronen. An ihrer grundsätzlichen Einschätzung halten sie jedoch fest: Die Kaufempfehlung für die Aktie des norwegischen Recycling- und Sortierspezialisten bleibt bestehen.
Am Markt sorgt die Neubewertung dennoch für Zurückhaltung. Im heutigen Handel gibt die Aktie um 3,4 Prozent auf 8,38 Euro nach.
Quartalszahlen rücken in den Fokus
Die Anpassung der Analysten erfolgt knapp zwei Wochen vor der nächsten Bilanzvorlage.
Am Markt richten sich die Blicke vor allem auf die operative Ertragskraft. Analystenschätzungen rechnen für das abgelaufene Jahresviertel mit einem Gewinn je Aktie von 0,072 Euro. Beim Umsatz gehen die Markterwartungen von rund 348,6 Millionen Euro aus. Für das Gesamtjahr peilen die Schätzungen Erlöse von 1,48 Milliarden Euro an.
Die kommenden Finanzergebnisse dürften zeigen, wie widerstandsfähig sich das Neugeschäft in einem herausfordernden Marktumfeld behauptet.
Hoffnungen auf europäische Regulierung
Parallel zu den Erwartungen an das Zahlenwerk blickt das Management auf regulatorische Impulse. Diese könne die Wirtschaftlichkeit des Kunststoffrecyclings spürbar verändern. Verbindliche Mindestanteile an Rezyklaten böten das Potenzial, die Nachfrage nach recyceltem Kunststoff nachhaltig anzukurbeln.
Allerdings knüpft Tomra diese Aussichten an klare Rahmenbedingungen. Eine spürbare Wirkung hänge davon ab, wie verbindlich Regeln zur Berechnung, Zertifizierung und Prüfung ausfallen. Der Fokus der Industrie verschiebe sich zunehmend auf Reinheit, Rückverfolgbarkeit und Qualität. Zudem fordert der Konzern gleichwertige Standards für importierte Rezyklate, um Investitionen in europäische Recyclingkapazitäten nicht zu gefährden.
Vorsicht vor den nächsten Unternehmensdaten
Für Anleger spitzt sich die Lage damit kurzfristig zu. Die Zielsenkung von Pareto Securities verdeutlicht, dass die Erwartungen an das laufende Geschäft gedämpft wurden, wenngleich das Analysehaus mittel- und langfristig weiteres Kurspotenzial sieht.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust der Aktie auf rund 27 Prozent. Ob die anstehenden Quartalszahlen oder die Fortschritte bei europäischen Umweltregularien neue Impulse setzen können, entscheidet sich maßgeblich bei der Bilanzvorlage.
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