Toho Holdings erweitert das eigene Vertriebsnetzwerk um ein Produkt aus der regenerativen Medizin. Am Dienstag unterzeichnete das Unternehmen eine Grundsatzvereinbarung mit Reprocell über den Vertrieb des Präparats Stemchymal in Japan.
Reprocell hat für die Behandlung bereits die behördliche Zulassung für Herstellung und Vermarktung im Land beantragt. Konkrete Vereinbarungen über Lieferketten und Vertrieb wollen beide Partner nach Erteilung dieser Zulassung aushandeln. Kurzfristig rechnet Toho lediglich mit geringfügigen Auswirkungen auf das eigene Ergebnis.
An der Börse geriet der Titel ungeachtet der operativen Weichenstellung unter Abgabedruck. Am heutigen Freitag verzeichnet das Papier ein Minus von 4,7 Prozent und fällt auf 3.571,00 JPY zurück.
Übernahmediskussionen um PHC Holdings
Die Verkäufe spiegeln vor allem die Verunsicherung wider, die aus Berichten über mögliche Zukäufe im Gesundheitssektor resultiert. Die Nachricht über ein mögliches Übernahmeangebot galt bereits an den Vortagen als Auslöser für deutliche Kursabschläge. Marktbeobachter reagierten skeptisch auf die Aussicht auf eine kostspielige Transaktion und die damit verbundene Belastung der Konzernbilanz.
Ausgangspunkt der Debatte waren Medienberichte, wonach Toho Holdings den Konkurrenten PHC Holdings ins Visier genommen hat. Laut Bloomberg legte das Unternehmen ein vorläufiges Angebot vor, das ein Volumen von mehr als ¥200 Milliarden oder umgerechnet $1,3 Milliarden erreichen könnte.
Der Bericht verwies auf laufende Buchprüfungen sowie auf Gespräche mit Großaktionären, zu denen der Finanzinvestor KKR zählt. Gestern bestätigte Toho, dass ein unverbindlicher Vorschlag unterbreitet worden sei und Optionen geprüft würden, betonte jedoch, dass keinerlei Beschlüsse gefasst seien. Auch PHC Holdings stellte klar, dass bisher keine Vereinbarung existiert.
Für Anleger steht damit die künftige Mittelverwendung im Mittelpunkt. Ein derart umfangreicher Schritt würde die strategische Ausrichtung tiefgreifend verändern und erhebliche Finanzmittel binden. Dass das Management solche Optionen trotz der offenen Fragen prüft, sorgt am Markt für Zurückhaltung.
Juristischer Streit und digitale Zahlungsdienste
Parallel zur Übernahmediskussion sieht sich Toho Holdings mit Gegenwind auf juristischer Ebene konfrontiert. Das Bezirksgericht Tokio gab am 18. September einem Antrag von 3DWH Opportunity Master OFC–3DWH Opportunity Holdings auf Erlass einer einstweiligen Verfügung statt.
Der Beschluss stoppt vorläufig die von Toho geplante unentgeltliche Zuteilung von Aktienbezugsrechten. Das Unternehmen kündigte an, gegen diese gerichtliche Entscheidung Widerspruch einzulegen.
Abseits der Rechtsstreitigkeiten treibt Toho den Ausbau seiner Dienstleistungen voran. Gemeinsam mit Alphalia, Infcurion und Sumitomo Mitsui Card führte die Gesellschaft die B2B-Plattform Pharma Trade Pay ein. Das System richtet sich an Akteure der pharmazeutischen Industrie und soll Zahlungsabläufe zwischen den Unternehmen effizienter gestalten.
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