Während die jüngste Kursrally rund um die Quartalszahlen bereits verarbeitet ist, richtet sich der Blick der Anleger nun auf die internationale Auftragspipeline von TKMS. Gleich mehrere Großprojekte in Indien, Kanada und der Kooperation mit dem spanischen Schiffbauer Navantia nähern sich entscheidenden Etappen – und könnten den Auftragsbestand des Kieler Rüstungskonzerns weiter aufblähen.
Indien wartet auf letzte Hürde
Beim indischen U-Boot-Programm P-75I hat TKMS eine wichtige Etappe hinter sich gebracht. Finanzministerium und National Security Council Secretariat haben bereits grünes Licht gegeben, offen ist nun noch die Zustimmung des Sicherheitskabinetts CCS. Diese letzte Freigabe gilt als entscheidender Schritt, bevor das Programm formal auf den Weg gebracht werden kann. Für TKMS wäre ein positiver Bescheid ein weiterer Baustein im ohnehin schon prall gefüllten Orderbuch.
Parallel dazu rückt auch das kanadische U-Boot-Programm näher an den Abschluss. Seit Anfang Juli gilt TKMS als bevorzugter Anbieter für bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD. Der Vertrag soll bis Ende 2027 unterschriftsreif sein. Sollte Kanada wie angepeilt bis Ende 2026 unterzeichnen, würde das Auftragsvolumen des Unternehmens erneut kräftig steigen – zusätzlich zu den bereits gebuchten Fregatten- und U-Boot-Programmen.
Navantia-Kooperation nimmt Fahrt auf
Auch die Zusammenarbeit mit Navantia entwickelt sich weiter: Beide Unternehmen haben ein zweites Memorandum of Understanding zur U-Boot-Kooperation unterzeichnet. Ein gemeinsamer Rahmenvertrag wird bis Jahresende angestrebt. Die Partnerschaft soll helfen, Kapazitäten für die wachsende Zahl internationaler U-Boot-Aufträge zu sichern – ein Thema, das angesichts der Fülle an parallel laufenden Programmen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Für das laufende vierte Quartal rechnet TKMS mit weiteren Aufträgen im Volumen von über fünf Milliarden Euro. Zusammen mit dem bereits bestehenden Orderbuch von mehr als 25 Milliarden Euro unterstreicht dies die Visibilität, mit der das Unternehmen seine mittelfristige Wachstumsstrategie unterlegt.
Was das für Anleger bedeutet
Die Fülle an parallel laufenden Großprojekten macht deutlich, warum TKMS trotz des jüngsten Rücksetzers von den Rekordhochs weiterhin als eines der am stärksten nachgefragten Rüstungswerte Europas gilt. Die Aktie notiert aktuell bei 96,80 Euro und liegt damit 16 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 83,27 Euro – ein Zeichen, dass der mittelfristige Aufwärtstrend trotz der Konsolidierung der vergangenen Tage intakt bleibt.
Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob sich die angekündigten Vertragsabschlüsse in Indien und Kanada tatsächlich in den kommenden Monaten materialisieren. Beide Programme sind bislang nicht final unterzeichnet, ihr Ausgang bleibt damit mit Unsicherheit behaftet. Gelingt die Umsetzung, dürfte sich der bereits jetzt auf Rekordniveau liegende Auftragsbestand von TKMS noch einmal deutlich ausweiten.
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