Vier neue Fregatten für die Deutsche Marine, ein schwedischer Rüstungskonzern als Schlüssellieferant, ein Auftragsvolumen von über 11 Milliarden Euro. TKMS meldet einen weiteren konkreten Schritt bei der Umsetzung ihrer jüngsten Großaufträge. Der Rüstungskonzern Saab liefert und integriert künftig zentrale Kampfsysteme, Verbundstrukturen und Sensoren für die neuen Schiffe.
Die TKMS-Aktie notiert am Freitag bei 80,70 Euro und legt im Tagesverlauf um 0,75 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 16,53 Prozent zu Buche. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober fehlen der Aktie aber noch 24,28 Prozent.
Saab übernimmt Schlüsselrolle beim Fregattenbau
Der Vertrag mit Saab betrifft die vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU. Die Lieferungen und Integrationen sollen zwischen 2029 und 2032 erfolgen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte die Beschaffung am 8. Juli 2026 genehmigt.
Der Auftrag ersetzt das ursprünglich geplante F126-Projekt und hat ein Volumen von rund 6,3 Milliarden Euro. Hinzu kommt eine Option auf vier weitere Schiffe im Wert von etwa 5,3 Milliarden Euro. Zusammen könnte das Programm damit ein Gesamtvolumen von über 11 Milliarden Euro erreichen.
Großes Auftragsbuch, aber lange Wartezeiten
Auch beim kanadischen U-Boot-Markt hat sich TKMS zuletzt positioniert. Am 6. Juli 2026 benannte die kanadische Regierung das Unternehmen als bevorzugten Bieter für das Canadian Patrol Submarine Project. Das Vorhaben umfasst bis zu zwölf U-Boote der Klasse 212CD.
Die exklusiven Verhandlungen sollen rund 18 Monate dauern. Einen finalen Vertrag erwartet TKMS damit frühestens im vierten Quartal 2027. Die ersten U-Boote sollen nicht vor 2033 ausgeliefert werden.
Diese langen Zeiträume bremsen die Kursfantasie. Zahlungseingänge verschieben sich weit in die Zukunft, obwohl das Auftragsbuch von TKMS deutlich gewachsen ist. Der Markt reagiert deshalb verhalten auf die Rekordaufträge.
Damen fordert Milliarden-Entschädigung
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor kam am 15. Juli 2026 hinzu. Der niederländische Schiffbauer Damen reichte Entschädigungsforderungen in Milliardenhöhe beim Bundesverteidigungsministerium ein. Grund ist die Kündigung des ursprünglichen F126-Fregattenprojekts.
Beobachter sehen in diesem Streit ein mögliches Risiko für die Planungssicherheit künftiger deutscher Rüstungsprojekte. Für TKMS selbst ändert sich am eigenen Auftrag dadurch zunächst nichts.
Die Partnerschaft mit Saab zeigt, wie TKMS die komplexen Verteidigungsprojekte technisch umsetzen will. Bis zur ersten Auslieferung der Fregatten im Jahr 2029 bleiben die langen Vorlaufzeiten aber der bestimmende Faktor für die Aktie.
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