TKMS hat am 12. August Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 vorgelegt, die den Rüstungskonzern deutlich über dem Vorjahreskurs zeigen.
Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf 1.890 Millionen Euro, das bereinigte EBIT wuchs um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro. Der Auftragsbestand erreichte 20,1 Milliarden Euro.
Auf Basis dieser Entwicklung hob das Unternehmen seine Jahresprognose an. Statt einer bereinigten EBIT-Marge von über 6 Prozent stellt TKMS nun bis zu 6,5 Prozent in Aussicht. Auch beim Umsatzwachstum korrigierte der Konzern deutlich nach oben: von zuvor 2 bis 5 Prozent auf jetzt 10 bis 12 Prozent für das laufende Geschäftsjahr.
Neue Aufträge aus Norwegen und Deutschland
Parallel zu den Zahlen meldete TKMS am selben Tag zwei neue Geschäftsabschlüsse. Norwegen beauftragte zwei weitere U-Boote der Klasse 212CD, womit sich die Gesamtzahl der für die norwegische Marine bestellten Boote auf sechs erhöht.
Zudem unterzeichnete TKMS einen Rahmenvertrag mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr über die Lieferung von Schwergewichtstorpedos und weiterem Equipment für U-Boote der Klasse 212CD.
Diese Aufträge fügen sich in eine Reihe von Marinegeschäften, die TKMS seit seinem Börsengang am 20. Oktober 2025 an der Frankfurter Wertpapierbörse abgeschlossen hat. Der Spin-off der Marinesparte von ThyssenKrupp war zuvor auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 7. August gebilligt worden.
Kursreaktion und Bewertung
Die Aktie notierte am Donnerstag bei 91,30 Euro und hat sich damit seit Jahresbeginn um 38 Prozent verteuert. Auf Sicht von 30 Tagen legte das Papier um 14 Prozent zu, wenngleich es in der vergangenen Woche mit einem Rückgang von 1,7 Prozent etwas Schwung verlor. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro, das am 14. August erreicht wurde, fehlen der Aktie derzeit 16 Prozent.
Am 13. August reagierte Bernstein Research auf die frischen Geschäftszahlen mit einer deutlichen Kurszielanhebung von 76 auf 125 Euro und stufte die Aktie von „Market-Perform“ auf „Outperform“ hoch. Die Analysten begründeten den Schritt mit der verbesserten Ertragslage und dem stark gewachsenen Auftragspolster.
Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild: TKMS wächst nicht nur beim Auftragsvolumen, sondern auch bei der Profitabilität schneller als noch vor wenigen Monaten erwartet. Die erhöhte Guidance signalisiert, dass das Management die operative Entwicklung als nachhaltig einschätzt und nicht als einmaligen Ausschlag.
Mit einem Auftragsbestand von gut 20 Milliarden Euro verfügt der Konzern zudem über eine Sichtbarkeit auf die Umsatzentwicklung der kommenden Jahre, die in der Rüstungsbranche ihresgleichen sucht.
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