Die Aktie von TKMS gerät zunehmend unter charttechnischen Druck. Trotz eines Auftragsbestands von über 25 Milliarden Euro und einer erst vor rund einem Monat angehobenen Jahresprognose rutscht der Kurs am heutigen Mittwoch um 2,2 Prozent auf 84,60 Euro ab. Analysten beobachten inzwischen eine mögliche Unterstützung erst bei rund 70 Euro.
Konsolidierung nach dem Rekordhoch
Im August hatte TKMS im Zuge eines U-Boot-Auftrags aus Kanada noch ein Allzeithoch bei 108,80 Euro markiert. Seitdem befindet sich die Aktie in einer Konsolidierungsphase, die den Titel mittlerweile 22 Prozent unter diese Marke gedrückt hat.
Charttechnisch gilt die Bewegung als Rückzug in Richtung der langfristigen Trendlinien – der Kurs notiert nur noch knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt von 83,99 Euro, ein Abstand von gerade einmal 0,7 Prozent. Rutscht die Aktie unter diese Marke, wäre ein wichtiger langfristiger Halt gebrochen.
Bemerkenswert an der aktuellen Schwäche ist der Kontrast zur fundamentalen Lage. Der Auftragsbestand von mehr als 25 Milliarden Euro gilt als einer der höchsten in der jüngeren Unternehmensgeschichte, und die Gesellschaft hatte ihre Jahresprognose vor rund einem Monat angehoben – seither hat die Aktie dennoch rund 12,2 Prozent verloren.
Diese Divergenz zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung beschäftigt Marktteilnehmer zunehmend: Offenbar sind die guten Nachrichten der vergangenen Wochen bereits eingepreist, während Anleger nun Gewinne mitnehmen.
Weitere Belastungsfaktoren aus dem Marktumfeld
Verstärkt wird der Abwärtsdruck durch ein insgesamt angespanntes Börsenumfeld. Der DAX rutschte am heutigen Mittwoch unter die Marke von 26.000 Punkten, belastet unter anderem von einer Eskalation im Nahen Osten – die Ölsorte Brent näherte sich nach amerikanischen Angriffen auf iranische Tanker der Marke von 100 US-Dollar.
Ein solches Umfeld erhöht generell die Risikoaversion an den Aktienmärkten und trifft auch Rüstungswerte wie TKMS, obwohl deren Geschäftsmodell von geopolitischen Spannungen grundsätzlich profitieren kann.
Charttechnik als Nagelprobe
Für Anleger wird die 70-Euro-Marke damit zur entscheidenden Beobachtungsgröße. Sollte sich die Konsolidierung fortsetzen und der 200-Tage-Durchschnitt nicht halten, rückt dieses tiefer liegende Unterstützungsniveau in den Fokus der Chartanalysten.
Gleichzeitig bleibt die fundamentale Ausgangslage mit dem prall gefüllten Auftragsbuch intakt – die Kursschwäche der vergangenen Wochen spiegelt damit eher eine technische Verdauung des starken Anstiegs seit dem Rekordhoch wider als eine grundsätzliche Neubewertung des Geschäfts.
Wie lange diese Divergenz zwischen operativer Stärke und Kursschwäche anhält, dürfte sich in den kommenden Handelstagen an der Reaktion auf die 200-Tage-Linie zeigen.
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