Während sich der Kurs von TKMS nach der jüngsten Korrektur stabilisiert, richtet sich der Blick der Anleger auf eine dichte Terminfolge im September. Die Werft, die im Rüstungssektor von einer weltweiten Nachfragewelle profitiert, tritt in den kommenden Wochen gleich mehrfach vor institutionelle Investoren.
Dichter Terminkalender im September
Nach der Londoner Roadshow am Mittwoch stehen für TKMS zwei weitere Auftritte an: die Hamburger Investorentage am 27. August sowie die CoBa & Oddo Corporate Conference in Frankfurt am 1. September.
Solche Formate bieten dem Management Gelegenheit, das im August angehobene Umsatz- und Margenziel gegenüber Fondsmanagern und Analysten im Detail zu erläutern – und dürften angesichts der zuletzt volatilen Kursentwicklung mit besonderem Interesse verfolgt werden.
Der Kurs hatte in der vergangenen Woche rund zwölf Prozent verloren, nachdem er zuvor bis auf ein Rekordhoch gestiegen war. Zum Wochenschluss schloss die Aktie bei 92,60 Euro, ein Minus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vortag. Marktbeobachter werten den Rücksetzer als technische Konsolidierung nach einer steilen Rally, nicht als Reaktion auf fundamentale Probleme.
Auftragslage bleibt der eigentliche Treiber
Losgelöst von der kurzfristigen Kursbewegung bleibt die operative Auftragspipeline der zentrale Werttreiber für TKMS. Norwegen hat zwei weitere U-Boote bestellt, die deutsche Marine vier Fregatten geordert. Mit Indien laufen finale Vertragsverhandlungen über sechs U-Boote, und Kanada hat TKMS als bevorzugten Bieter für bis zu zwölf U-Boote benannt – ein Vertragsabschluss steht hier allerdings noch aus.
Diese Pipeline speist sich aus einem strukturellen Trend: Zahlreiche NATO-Staaten und Partnerländer bauen ihre Unterwasser- und Überwasserflotten aus, und TKMS positioniert sich als einer der gefragten europäischen Anbieter. Der Auftragsbestand von zuletzt 20,1 Milliarden Euro zum Ende Juni unterstreicht, wie weit diese Nachfrage bereits in konkrete Verträge übersetzt wurde.
Konzern-Hintergrund: Verselbstständigung schreitet voran
Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die strukturelle Entwicklung im Konzernumfeld an Bedeutung. Die Hauptversammlung der Thyssenkrupp AG billigte vor rund zwei Wochen die Verselbstständigung der Sparte TK Accelis – ein Signal dafür, dass die Mutter Thyssenkrupp, die weiterhin 51 Prozent an TKMS hält, ihre Portfoliostrategie konsequent fortsetzt.
Für TKMS selbst ändert sich dadurch operativ zunächst nichts, doch die Entwicklung zeigt, dass der Konzern einzelne Sparten zunehmend eigenständig am Kapitalmarkt positioniert.
Ausblick
Für Anleger dürfte die kommende Woche mit den Hamburger Investorentagen der nächste wichtige Stichtag sein. Sollte das Management dort die im August angehobenen Jahresziele bekräftigen oder mit weiteren Details zur Auftragspipeline unterfüttern, könnte dies der fundamentalen Story neuen Auftrieb geben – unabhängig davon, wie sich der Kurs kurzfristig nach der jüngsten Korrektur weiterbewegt.
Die laufenden Vertragsverhandlungen mit Indien und der noch ausstehende Abschluss mit Kanada bleiben dabei die größten potenziellen Kurstreiber für die kommenden Monate.
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