Die Weichen für das Flottenprogramm von Thyssenkrupp Marine Systems sind gestellt. Nach der Billigung durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags steht die Beschaffung von vier weiteren MEKO-A-200-Fregatten fest. Das Beschaffungsvolumen beläuft sich auf 5,3 Milliarden Euro.
Mit diesem Schritt wächst das Vorhaben auf insgesamt acht Einheiten an, wobei das erste Schiff im Jahr 2029 an die Marine übergeben werden soll. An den Finanzmärkten verzeichnete das Papier am Donnerstag eine verhaltene Reaktion: Im Handel notiert der Wert bei 75,50 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,8 Prozent entspricht.
Auftragsfertigung und internationale Vorhaben
Parallel zu den Fregattenprojekten treibt das Unternehmen das operative Geschäft an seinen Werftstandorten voran. In Wismar erfolgte der erste Brennstart für den Bau zweier zusätzlicher U-Boote des Typs 218SG, die für die Marine Singapurs bestimmt sind. Die entsprechende Zeremonie für diesen Fertigungsabschnitt fand am 29. September statt. Damit sichert sich die Werft weitere Auslastung im Über- und Unterwasserbereich.
Zusätzlich sucht der Konzern nach Partnerschaften für neue maritime Sicherheitsbereiche. Am 25. September unterzeichneten TKMS und EDGE eine Absichtserklärung. Die Partner prüfen gemeinsame Optionen bei der Unterwasserüberwachung sowie beim Schutz kritischer maritimer Infrastruktur.
Konkrete Aufträge oder finanzielle Volumina wurden im Rahmen dieser Vereinbarung nicht genannt. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Wertzuwachs von 14 Prozent, während das Unternehmen sein maritimes Profil schärft.
Streitigkeiten um frühere Rüstungsprojekte
Während die neuen Fertigungsaufträge für Planungssicherheit sorgen, wirkt die Vorgeschichte anderer Beschaffungen im Branchenumfeld nach. Nach dem Abbruch des F126-Projekts kündigte die niederländische Werft Damen Schelde Naval Shipbuilding an, milliardenschwere Zahlungs- und Freistellungsansprüche gegen das deutsche Verteidigungsministerium geltend zu machen. Dies berichtete der Deutschlandfunk am 2. Oktober.
TKMS tritt in dieser juristischen Auseinandersetzung nicht als Anspruchsteller auf. Für das Unternehmen stehen die frischen Fertigungszusagen im Vordergrund, die das Auftragsbuch bis zum Ende des Jahrzehnts füllen.
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