Ein Zeitungsbericht aus Kanada hat die TKMS-Aktie am Montag kräftig angeschoben. Die kanadische Zeitung „The Globe and Mail“ berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, Ottawa werde den milliardenschweren U-Boot-Auftrag nach Deutschland vergeben. Eine offizielle Bestätigung aus Kanada steht noch aus — und genau diese Ungewissheit hält die Anleger in Atem.
Die Reaktion an der Börse ließ trotzdem nicht auf sich warten. Die TKMS-Aktie kletterte via XETRA zeitweise um 7,86 Prozent auf 90,60 Euro. Kanadas Premierminister Mark Carney hatte für den späten Abend deutscher Zeit eine Stellungnahme zur Verteidigungspolitik seines Landes angekündigt, bevor er zum Nato-Gipfel nach Ankara reist.
Zwölf U-Boote, ein Milliardenpoker
Kanada plant den Kauf von bis zu zwölf U-Booten. Der Kieler Marineschiffbauer TKMS konkurriert dabei mit der südkoreanischen Werft Hanwha Ocean um den Zuschlag. Weder Kanada noch TKMS haben bislang konkrete Zahlen zum Auftragsvolumen genannt.
Kanadische Medien beziffern den Gesamtwert inklusive Wartung und Betrieb über die kommenden Jahrzehnte auf rund 100 Milliarden kanadische Dollar, umgerechnet etwa 62 Milliarden Euro. Eine Hausnummer dieser Größenordnung würde TKMS über Jahrzehnte auslasten — kein Wunder, dass der Markt bereits jetzt nervös auf jede neue Information reagiert.
Berlin hofft auf Ankara-Bonus
Aus deutschen Regierungskreisen heißt es, ein Zuschlag würde Kanada „für Jahrzehnte“ an Deutschland binden und einen „sehr guten Startpunkt für eine strategische Zusammenarbeit“ markieren. Besonders reizvoll erscheint der Bundesregierung der Zeitpunkt: Eine Entscheidung im Kontext des Nato-Gipfels, der am Dienstag in Ankara beginnt, würde als politisches Signal gewertet.
Ob aus dem Zeitungsbericht eine belastbare Zusage wird, entscheidet sich schon in den kommenden Stunden. Carneys Ankündigung in Halifax gilt als erster Prüfstein, der Nato-Gipfel selbst als möglicher Rahmen für eine offizielle Verkündung.
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