TKMS Aktie: F127-Entwurf weit vorangetrieben

Symbolbild, KI-generiert

TKMS meldet Fortschritte bei F127, schließt eine Vereinbarung mit Fincantieri und steigert EBIT sowie Umsatz trotz fallender Aktie.

Auf einen Blick:
  • F127-Entwurf deutlich weiterentwickelt
  • Vereinbarung mit Fincantieri unterzeichnet
  • Auftragsbestand erreicht 20,1 Milliarden Euro
  • Aktie verliert binnen sieben Tagen 7,4 Prozent

TKMS hat den Entwurf für die geplante F127-Luftverteidigungsfregatte nach eigenen Angaben weit vorangetrieben. Der Rüstungskonzern steht dazu im engen Austausch mit dem Bundesministerium der Verteidigung, der Deutschen Marine und dem Beschaffungsamt BAAINBw. Das Design basiert auf der MEKO A400-Plattform und soll weitreichende Luftverteidigung sowie ballistische Raketenabwehr auch außerhalb der Erdatmosphäre ermöglichen.

Bei den Kosten hält sich TKMS bedeckt: Medienberichten zufolge kursierende Zahlen zum Projekt kann das Unternehmen nicht bestätigen. Man arbeite gemeinsam mit Rheinmetall und dem Beschaffungsamt an einem Entwurf, der exakt den Anforderungen der Marine entspreche. Die F127 gilt als eines der ambitioniertesten Marineprojekte der Bundeswehr und würde das Auftragsportfolio von TKMS im Überwassersegment weiter stärken.

Fincantieri-Partnerschaft nimmt Form an

Parallel zum Fregattenprojekt hat TKMS mit dem italienischen Werftkonzern Fincantieri Anfang September ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Ziel ist eine Vertiefung der Partnerschaft im U-Boot- und Unterwasserbereich.

Ein formales Kooperationsrahmenwerk soll bis Jahresende folgen. Für Anleger ist das ein Signal, dass TKMS seine internationale Positionierung im Unterwassergeschäft ausbaut, während gleichzeitig auf nationaler Ebene mit dem F127-Projekt ein neues Standbein im Überwassersegment entsteht.

Die Nachfragesituation bleibt insgesamt außergewöhnlich robust. Vorstandschef Oliver Burkhard hatte bereits Mitte August auf die sehr starke Nachfrage hingewiesen, auch aus Anrainerstaaten des Persischen Golfs, die wegen des Iran-Kriegs verstärkt Interesse an Minenräumkapazitäten zeigen.

Der Auftragsbestand von TKMS lag zum 30. Juni bei 20,1 Milliarden Euro, gestützt durch starke Ergebnisse im U-Boot-Segment und wachsende Nachfrage bei Überwasserschiffen.

Kurs bleibt unter Druck trotz operativer Stärke

Trotz der guten operativen Nachrichtenlage kommt die Aktie nicht vom Fleck. Sie notiert aktuell bei 83,50 Euro und hat in den vergangenen sieben Handelstagen 7,4 Prozent verloren. Der Rücksetzer drückt den Titel mittlerweile fast 23 Prozent unter sein 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro, das Mitte August erreicht wurde.

Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 26 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Abverkauf eher eine Korrektur nach der starken Rally als eine fundamentale Neubewertung darstellt.

Die operativen Zahlen liefern dafür wenig Anlass: In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 bis Ende Juni stieg das bereinigte EBIT um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro, der Umsatz legte um 19 Prozent auf 1,89 Milliarden Euro zu.

TKMS hatte daraufhin seine Jahresprognose angehoben und erwartet nun ein Umsatzwachstum von 10 bis 12 Prozent bei einer bereinigten EBIT-Marge von 6,5 Prozent, nachdem zuvor nur 2 bis 5 Prozent Wachstum in Aussicht gestellt worden waren.

Ausblick: Großprojekte als Kurstreiber

Für die kommenden Monate rücken mehrere Großprojekte in den Fokus. Der Vertrag über vier Fregatten mit Option auf vier weitere im Rahmen des F128-Programms soll im vierten Quartal als Auftragseingang verbucht werden – der größte Überwasser-Auftrag der Unternehmensgeschichte.

Zudem gilt TKMS als bevorzugter Bieter für ein kanadisches U-Boot-Programm mit bis zu zwölf Booten und einem Volumen von mehr als 15 Milliarden Euro allein für die Boote. Ein finaler Vertragsabschluss wird bis Ende 2027 erhofft. Sollten beide Projekte wie geplant konkretisiert werden, dürfte sich der bereits prall gefüllte Auftragsbestand nochmals deutlich erhöhen.

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