TKMS treibt die Entwicklung seiner neuen Luftverteidigungsfregatte F127 voran. Der Entwurf für das Schiff ist nach Unternehmensangaben weit fortgeschritten und berücksichtigt umfangreiche Kundenanforderungen, darunter Fähigkeiten zur Abwehr ballistischer Raketen. Bei zeitnaher Beauftragung könnte die erste Auslieferung bereits Mitte der 2030er Jahre erfolgen.
Das Programm gilt als eines der ambitioniertesten Rüstungsvorhaben der deutschen Marine und reiht sich in eine Serie von Großprojekten ein, mit denen TKMS zuletzt für Schlagzeilen sorgte. Erst vor rund zwei Wochen hatte das Unternehmen öffentlich klargestellt, in Medien kursierende Kostenangaben von über 40 Milliarden Euro für das F127-Programm nicht bestätigen zu können.
Diese Summe sei nicht nachvollziehbar und entspreche nicht dem tatsächlichen Kostenanteil, den TKMS gemeinsam mit Rheinmetall für den Schiffbau übernehme. Die Klarstellung dürfte auch als Signal an Investoren zu verstehen sein, die angesichts der Größenordnung des Programms sensibel auf Kostenrisiken reagieren.
Wachstumsstory bleibt intakt
Die Entwicklung fügt sich in ein größeres Bild: TKMS wächst operativ kräftig. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 steigerte das Unternehmen den Umsatz um 19 Prozent auf 1.890 Millionen Euro, das bereinigte EBIT legte um 13 Prozent zu.
Der Auftragsbestand erreichte mit 20,1 Milliarden Euro einen Wert, der die Visibilität für die kommenden Jahre absichert. Vor über einem Monat hatte der Konzern seine Jahresprognose bereits zum zweiten Mal angehoben und rechnet nun mit einem Umsatzwachstum von 10 bis 12 Prozent sowie einer bereinigten EBIT-Marge von bis zu 6,5 Prozent.
Mittelfristig peilt TKMS ein jährliches Umsatzwachstum von rund 10 Prozent an, die EBIT-Marge soll über 7 Prozent steigen. Rückenwind erhält das Ziel durch eine strukturelle Verschiebung im U-Boot-Geschäft: Vorstandschef Burkhard verwies darauf, dass sich der Markt vom Käufer- zum Verkäufermarkt gewandelt habe, mit einer Margenlücke von 700 Basispunkten zwischen älteren und neuen Aufträgen.
Kurs unter Druck trotz operativer Stärke
An der Börse zeigt sich die Aktie davon derzeit unbeeindruckt bis skeptisch. Das Papier notiert aktuell bei 83,20 Euro und liegt damit rund 24 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro.
Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 14 Prozent zu Buche, während die Aktie seit Jahresbeginn mit einem Plus von 26 Prozent immer noch deutlich im positiven Bereich liegt. Der relative Stärke-Index von 42,4 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation.
Die Diskrepanz zwischen robusten operativen Zahlen und der jüngsten Kursschwäche lässt sich auch als Verdauung der vorangegangenen Kursrally lesen. Anleger dürften zudem die Kostendebatte um das F127-Programm sowie generelle Bewertungsfragen im Blick behalten, nachdem die Aktie im laufenden Jahr bereits deutlich zugelegt hatte.
Für die kommenden Monate rückt neben dem Fortgang des F127-Vorhabens vor allem der Bilanzabschluss für das Geschäftsjahr 2025/26 in den Fokus, der für den 7. Dezember angesetzt ist.
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