Die Bewertungswelle bei TKMS geht in die zweite Runde. Nach den Quartalszahlen vom vergangenen Donnerstag und der seitherigen Kursbewegung von 1,9 Prozent haben mehrere Analysehäuser am Freitag ihre Einschätzungen deutlich nach oben korrigiert – mit Kurszielen, die teils weit über dem bisherigen Konsens liegen.
Bernstein sieht das größte Potenzial
Bernstein Research stufte TKMS von Market-Perform auf Outperform hoch und hob das Kursziel von 76 auf 125 Euro an. Das ist der deutlichste Sprung unter den aktuellen Analystenreaktionen und signalisiert, dass die Bank das Wachstumsmomentum des Rüstungsbauers neu bewertet.
Auch Deutsche Bank Research bestätigte am selben Tag ihre Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel von 110 auf 112 Euro – deutlich zurückhaltender als Bernstein, aber ebenfalls eine Bestätigung der positiven Grundtendenz.
Bereits am Vortag hatte Metzler nachgezogen und das Kursziel nach den Quartalszahlen und den höheren Jahreszielen von 105 auf 115 Euro angehoben, verbunden mit einer Bestätigung der Kaufempfehlung. Die Kursziel-Bandbreite der drei Häuser reicht damit von 112 bis 125 Euro – durchweg oberhalb des aktuellen Kursniveaus von 105,00 Euro.
Zahlen liefern die Basis
Grundlage der Neubewertungen sind die am Donnerstag veröffentlichten Neun-Monats-Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26. TKMS steigerte den Umsatz auf 1.890 Millionen Euro nach 1.587 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, das bereinigte EBIT kletterte auf 110 Millionen Euro von zuvor 97 Millionen Euro. Der Auftragseingang belief sich auf 3,6 Milliarden Euro, der Auftragsbestand erreichte 20,1 Milliarden Euro.
Auf dieser Basis hob das Unternehmen seine Jahresprognose erneut an: Erwartet wird nun ein Umsatzwachstum von 10 bis 12 Prozent sowie eine bereinigte EBIT-Marge von bis zu 6,5 Prozent.
Als Treiber nannte TKMS eine höhere Nachfrage nach Überwasserschiffen wie Fregatten sowie nach Sensorik- und Minenräumtechnik. Laut Reuters trägt dazu auch eine erhöhte Nachfrage aus dem Nahen Osten nach dem Iran-Krieg bei, insbesondere im Bereich Minenabwehrtechnik.
Kapazität als offene Frage
Vorstandschef Oliver Burkhard sah nach Angaben von Reuters trotz der stark steigenden Aufträge keine Kapazitätsengpässe bei der Abarbeitung. Zukäufe schloss er nicht aus, nannte aber keine konkreten Pläne.
Diese Aussage dürfte für Anleger relevant bleiben, denn der massive Auftragsbestand von gut 20 Milliarden Euro wirft zwangsläufig die Frage auf, wie das Unternehmen sein Wachstum organisatorisch bewältigen will, ohne bei der Ausführung ins Stocken zu geraten.
Die Aktie notiert nach der jüngsten Rally 3,5 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro, das erst vor wenigen Tagen erreicht wurde. Gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 81,85 Euro liegt der Kurs um 28 Prozent höher – ein Abstand, der die Dynamik der vergangenen Wochen unterstreicht.
Mit einem RSI von 74,9 signalisieren technische Indikatoren zugleich eine überkaufte Situation, was kurzfristige Konsolidierungsphasen nicht ausschließt. Die Kursziele der Analysten deuten dennoch darauf hin, dass die fundamentale Neubewertung nach den jüngsten Zahlen noch nicht abgeschlossen ist.
TKMS thyssenkrupp Marine Systems-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TKMS thyssenkrupp Marine Systems-Analyse vom 16. August liefert die Antwort:
Die neusten TKMS thyssenkrupp Marine Systems-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TKMS thyssenkrupp Marine Systems-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
TKMS thyssenkrupp Marine Systems: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
