TKMS Aktie: Auftragsbestand übersteigt 25 Milliarden Euro

Symbolbild, KI-generiert

TKMS kommt auf mehr als 25 Milliarden Euro Auftragsbestand. In Kanada ist das Unternehmen bevorzugter Anbieter, der Vertrag aber offen.

Auf einen Blick:
  • Auftragsbestand über 25 Milliarden Euro
  • Deutsche Fregatten vertraglich noch offen
  • Kanada prüft TKMS als Lieferanten
  • Aktie binnen 30 Tagen schwächer

TKMS wächst mit dem europäischen Rüstungsboom weiter kräftig. Nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 verbucht der U-Boot- und Fregattenbauer einen Auftragsbestand von 20,1 Milliarden Euro. Rechnet man die vier MEKO A-200-Fregatten für Deutschland im Volumen von 6,3 Milliarden Euro hinzu, übersteigt der Bestand die Marke von 25 Milliarden Euro.

Der Vorvertrag für diese Schiffe war bereits im Haushaltsausschuss gebilligt worden, ein formeller Vertrag befindet sich in Vorbereitung. Eine erste Lieferung ist laut Militärwunsch bis 2029 vorgesehen, weitere Einheiten sollen binnen weniger Monate folgen.

Kanada als nächster Meilenstein

Parallel treibt TKMS sein internationales Wachstum voran. Als weltgrößter Hersteller nicht-nuklearer U-Boote und Ausrüster von rund 70 Prozent der konventionellen NATO-Flotte konkurriert das Unternehmen mit dem südkoreanischen Anbieter Hanwha um einen kanadischen U-Boot-Auftrag im Volumen von 12 Milliarden Dollar.

Ottawa hatte TKMS bereits im Juli zum bevorzugten Lieferanten erklärt; der eigentliche Vertragsabschluss steht aber noch aus. TKMS prüft im Zuge dessen Offset-Verpflichtungen mit einer Laufzeit von 30 Jahren – ein Instrument, mit dem Rüstungskonzerne heimische Wertschöpfung im Käuferland sicherstellen, um politische Zustimmung zu erleichtern.

Der Kontext für dieses Wachstum ist ein branchenweiter Nachfrageschub. Die Verteidigungsausgaben der EU sollen 2026 auf 454 Milliarden Euro steigen, ein Plus von 75 Prozent gegenüber 2021. Das milliardenschwere Readiness-2030-Programm mit einem Volumen von bis zu 800 Milliarden Euro und SAFE-Darlehen über 150 Milliarden Euro flankieren diesen Trend zusätzlich. Für Auftragsfertiger wie TKMS bedeutet das eine ungewöhnlich lange Sichtbarkeit auf künftige Umsätze, was die Bewertung des Unternehmens stützt.

Kurs unter Druck trotz solider Nachrichtenlage

Trotz der positiven operativen Entwicklung zeigt sich die Aktie zuletzt schwächer. Am Freitag schloss das Papier bei 83,40 Euro, nachdem es binnen 30 Tagen rund 13 Prozent verloren hat. Damit notiert der Kurs etwa 23 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro, das im August markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 26 Prozent zu Buche – die jüngste Konsolidierung relativiert sich also im längerfristigen Bild.

Die Kursschwäche der vergangenen Wochen dürfte weniger mit unternehmensspezifischen Problemen als mit dem allgemeinen Sentiment im Rüstungssektor zusammenhängen. Auch bei anderen Branchenwerten wie Rheinmetall war zuletzt Anlegerskepsis zu beobachten, ausgelöst durch politische Unsicherheiten und ein insgesamt vorsichtigeres Marktumfeld.

Für TKMS ändert das an der fundamentalen Auftragslage jedoch nichts: Mit einem Bestand von über 25 Milliarden Euro und der Aussicht auf einen Milliardenauftrag aus Kanada bleibt die Visibilität auf künftige Erlöse hoch. Anleger dürften daher genau beobachten, ob und wann Ottawa den Vertrag formell unterzeichnet – ein Ereignis, das dem Kurs neuen Schwung verleihen könnte.

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