Zwei Großaufträge an einem Tag. Die Aktie von TKMS klettert am Donnerstagmorgen weiter Richtung 100-Euro-Marke. Am Mittwoch schloss das Papier bei 89,40 Euro. Binnen sieben Tagen steht ein Plus von 11,33 Prozent zu Buche.
Bundestag gibt Milliarden für neue Fregatten frei
Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat am Mittwoch grünes Licht gegeben. Die Deutsche Marine bekommt vier neue Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 6,3 Milliarden Euro.
Der Beschluss enthält zudem eine Option auf vier weitere Schiffe. Diese wären rund 5,3 Milliarden Euro wert. Die erste Fregatte soll die Marine im Dezember 2029 erhalten.
TKMS-CEO Oliver Burkhard nennt es den größten Überwasserschiffauftrag der Unternehmensgeschichte. Der Bundestag knüpft die Zustimmung an eine Bedingung: Das Parlament will vierteljährlich über Fortschritt und Kosten informiert werden.
Kanada wählt TKMS als bevorzugten U-Boot-Lieferanten
Der zweite Impuls kam bereits am 6. Juli. Kanada kürte TKMS zum bevorzugten Lieferanten für sein U-Boot-Programm CPSP. Das Projekt umfasst bis zu 12 U-Boote des Typs 212CD.
Die finalen Vertragsverhandlungen können bis zu 18 Monate dauern. Trotzdem gilt der Status als klarer Meilenstein. TKMS setzte sich gegen den südkoreanischen Rivalen Hanwha Ocean durch.
Analysten sehen zwei Gründe für die kanadische Entscheidung: die NATO-Interoperabilität und das gemeinsame U-Boot-Programm mit Norwegen. Für Kanada rechnen Experten mit einem BIP-Effekt von rund 86 Milliarden US-Dollar über die gesamte Projektlaufzeit.
Werften ausgelastet, Zulieferer im Gespräch
Die Aufträge sichern die Werften in Kiel und Wismar bis weit in das nächste Jahrzehnt aus. Sie ziehen auch andere Industriezweige mit. TKMS führt bereits Gespräche mit dem Stahlhersteller Algoma Steel über mögliche Lieferungen für das kanadische Programm.
Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 29,10 Prozent im Plus. Damit zählt TKMS zu den stärksten Werten im Sektor. Der aktuelle Kurs liegt mit 78,77 Euro als 50-Tage-Durchschnitt deutlich unter dem Handelsniveau — ein Abstand von 13,49 Prozent.
Der Relative-Stärke-Index steht bei 60,4. Das signalisiert trotz der schnellen Rallye noch keine Überhitzung. Die Marktteilnehmer blicken nun auf das 52-Wochen-Hoch von 102,90 Euro — die nächste Hürde für die Aktie.
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