TKMS Aktie: 6,3 Milliarden für F128-Fregatten

Bundestag gibt 6,3 Milliarden Euro für vier U-Jagd-Fregatten frei. Der kanadische U-Boot-Deal bleibt parallel in der Verhandlung.

Auf einen Blick:
  • 6,3 Milliarden Euro für vier Fregatten
  • Kanada-Verhandlungen laufen exklusiv
  • Aktie fällt nach Rekordhoch leicht
  • Auftragsbücher langfristig gut gefüllt

Die Euphorie über den kanadischen Mega-Deal ebbt gerade etwas ab. Da liefert Berlin direkt den nächsten Milliardenauftrag. Der Haushaltsausschuss des Bundestags sichert dem Kieler Marineschiffbauer TKMS ein massives Auftragspolster.

Frisches Geld für deutsche Fregatten

Das heimische Fregatten-Programm F128 nimmt Fahrt auf. Parlamentarier gaben 6,3 Milliarden Euro für vier U-Boot-Jagd-Fregatten frei. Zusätzlich existiert eine Option für vier weitere Schiffe. Die Werften des Konzerns sind damit auf absehbare Zeit voll ausgelastet.

An der Börse sorgte das zuletzt allerdings nicht für neue Kursfeuerwerke. Im Gegenteil. Nach dem vorherigen Rekordhoch nahmen Anleger am Donnerstag Gewinne mit. Das Papier fiel um gut vier Prozent auf 85,60 Euro. Die Jahresbilanz bleibt mit einem Plus von fast 24 Prozent dennoch extrem stark.

Kanada-Deal benötigt Zeit

Auslöser der vorangegangenen Kursrally war der Erfolg in Kanada. Premierminister Mark Carney wählte TKMS als bevorzugten Lieferanten für bis zu zwölf U-Boote aus. Die Kieler setzten sich damit gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean durch. Ein Restrisiko bleibt bestehen. Der eigentliche Vertrag ist noch ununterschrieben.

Kanada startet nun exklusive Verhandlungen mit den Deutschen. Hanwha bleibt offiziell als Reserveanbieter im Rennen. Die Zeitpläne der beteiligten Parteien weichen dabei voneinander ab. Während Konzernchef Burkhard den Abschluss noch bis Ende des Jahres anstrebt, plant die Regierung in Ottawa konservativer. Carney nannte eine Spanne von sechs bis achtzehn Monaten. Das Ziel der Kanadier ist ein finaler Vertrag bis Ende 2027.

Abseits des Verhandlungstisches diskutieren Marineexperten die Technik. Sie bezweifeln die Eignung dieselelektrischer U-Boote für Einsätze im Nordatlantik und in der Arktis. Nukleargetriebene Boote bieten den Vorteil unbegrenzter Tauchzeiten. Carney wischte diese Bedenken jedoch beiseite. Beide eingereichten Plattformen erfüllen laut dem Premierminister die hohen Anforderungen der kanadischen Marine.

Die kommenden Monate bringen klare Meilensteine. Die Umsetzung des deutschen F128-Programms läuft an. Parallel müssen die Kieler die exklusiven Verhandlungen mit Ottawa in einen bindenden Vertrag verwandeln. Bis zu den finalen Unterschriften fungiert die breite Auftragsbasis im Inland als starkes Fundament für den Aktienkurs.

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