Die Aktie von TJX hat im laufenden Monat 2,9 Prozent an Wert verloren, nachdem der Konflikt im Iran Ende Februar begonnen hatte. Zum Vergleich: Der breite Einzelhandelssektor, gemessen am State Street SPDR S&P Retail ETF, gab im selben Zeitraum 8,8 Prozent nach. Analysten von BofA Securities sehen in der aktuellen Situation dennoch Chancen für den Mutterkonzern von TJ Maxx und Marshalls.
Höhere Frachtkosten schaffen neue Gelegenheiten
Die Argumentation von Analystin Lorraine Hutchinson und ihrem Team erscheint auf den ersten Blick paradox: Gerade weil Transportkosten steigen, könnte TJX profitieren. Der Grund liegt im Geschäftsmodell der Discounter. Sie kaufen Waren auf, die andere Händler nicht verkaufen konnten, und bieten diese zu reduzierten Preisen an. Wenn traditionelle Einzelhändler wegen hoher Frachtkosten und Lieferverzögerungen ihre Bestände reduzieren, dürfte das Angebot an günstigen Restposten zunehmen.
Die aktuellen Zahlen zeigen ein moderateres Bild als während der Pandemie. Die Frachtraten auf dem Seeweg liegen derzeit acht Prozent über dem Vorjahr, verglichen mit einem Anstieg von über 250 Prozent im Jahr 2021. Dieselpreise kletterten auf 5,38 Dollar pro Gallone, ein Plus von 50 Prozent. 2022 hatte der Anstieg noch 64 Prozent betragen.
The TJX Companies Aktie Chart
Kundschaft als entscheidender Unterschied
Die Analysten von BofA Securities erwarten zwar einen möglichen Margendruck in der zweiten Jahreshälfte, rechnen aber mit Marktanteilsgewinnen und stärkeren Umsätzen in bestehenden Filialen. Ein Vorteil von TJX gegenüber Wettbewerbern wie Burlington Stores oder Ross Stores liegt in der Kundenstruktur. TJX bedient tendenziell wohlhabendere Käufer, die in früheren Inflationsphasen weniger stark ihr Ausgabeverhalten anpassten.
Während Burlington und Ross im Jahr 2022 rückläufige Umsätze in vergleichbaren Filialen verzeichneten, blieb TJX weitgehend stabil. Die BofA-Analysten gehen davon aus, dass Verbraucher mittlerweile gelernt haben, ihre Budgets an höhere Preise anzupassen. Die Frage bleibt, wie lange diese Anpassungsfähigkeit anhält, sollte der Konflikt im Nahen Osten die Energiepreise weiter in die Höhe treiben. Anleger werden beobachten müssen, wie sich die Verhandlungen über jährliche Schifffahrtsverträge entwickeln und welche konkreten Auswirkungen dies auf die Margen hat.
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