Tilray Brands meldet für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 deutlich höhere Erlöse und einen gestiegenen Bruttogewinn. Beim bereinigten operativen Ergebnis kommt das Wachstum jedoch nicht an: Das bereinigte EBITDA liegt unter dem Vorjahreswert, während der Konzern einen Nettoverlust ausweist. Die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zeigen damit eine Lücke zwischen Wachstum und Ergebnisentwicklung.
Umsatz und Bruttogewinn legen zu
Nach Unternehmensangaben erreichte der Nettoumsatz 257,1 $ Millionen. Das entspricht einem Zuwachs von 23% gegenüber dem Vorjahr. Tilray bezeichnet den Quartalsumsatz als Rekord.
Für Anleger ist allerdings entscheidend, wie viel vom zusätzlichen Geschäft im Ergebnis ankommt. Der Bruttogewinn liefert zunächst ein positives Signal: Er wuchs schneller als der Umsatz. Diese Verbesserung setzt sich beim bereinigten EBITDA aber nicht fort.
Der Bruttogewinn stieg auf 77,5 $ Millionen und lag damit 35% über dem Vorjahresniveau. Auch hier meldete Tilray einen Rekord für das erste Geschäftsquartal.
Das Wachstum verteilt sich zudem nicht gleichmäßig über das Geschäft. Während die Gesamterlöse zulegten, entwickelte sich das Cannabisgeschäft gegenläufig. Der Konzernzuwachs darf deshalb nicht mit einer durchgängigen Verbesserung aller Geschäftsbereiche gleichgesetzt werden.
Die Cannabis-Erlöse sanken auf 56,1 $ Millionen nach 64,5 $ Millionen im Vorjahr. Damit bleibt dieser Bereich ein Schwachpunkt innerhalb der ansonsten wachsenden Umsatzbasis.
Verlust begrenzt die Aussagekraft der Rekorde
Die Umsatz- und Bruttogewinnrekorde erzählen nur einen Teil der Quartalsentwicklung. Für die Ergebnisbewertung müssen Anleger sowohl den Nettoverlust als auch die Veränderung des bereinigten EBITDA berücksichtigen. Die Kennzahlen zeichnen ein weniger günstiges Bild als die Erlösentwicklung.
Tilray verzeichnete einen Nettoverlust von 40,0 $ Millionen. Das bereinigte EBITDA erreichte 9,2 $ Millionen nach 10,2 $ Millionen im Vorjahresquartal.
Das positive bereinigte EBITDA ist somit nicht mit einem Nettogewinn gleichzusetzen. Ebenso wenig lässt sich aus den höheren Erlösen bereits eine Verbesserung dieser Ergebniskennzahl ableiten. Genau diese Unterscheidung prägt die Bewertung des Quartals.
Jahresprognose bleibt unverändert
Trotz des schwächeren bereinigten Quartalsergebnisses bestätigte Tilray seine Prognose für das Geschäftsjahr 2027. Das Unternehmen erwartet weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 68 $ Millionen und 75 $ Millionen.
Die Bestätigung ist ein Erwartungswert für das Gesamtjahr, kein bereits erreichtes Ergebnis. Für Anleger bleibt deshalb die Umsetzung der Prognose der zentrale Maßstab. Tilray hat seine Umsatzbasis ausgebaut und den Bruttogewinn verbessert. Der nächste entscheidende Fortschritt wäre, dieses Wachstum auch in ein höheres bereinigtes EBITDA zu übersetzen.
Tilray-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Tilray-Analyse vom 12. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Tilray-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Tilray-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
