Tilray Brands drängt mit Macht in das Geschäft jenseits von Cannabis. Der Konzern bringt seine Energiemarke Hi*Ball nun nach Großbritannien und nutzt dafür prominente Vertriebswege. Damit reagiert das Management auf den steigenden Druck im angestammten Markt.
Diversifikation als Strategie
Die Expansion erfolgt über Amazon UK und die Website der Brauerei BrewDog. Es ist der Auftakt für einen größeren Rollout in Europa, Afrika und Asien. Parallel dazu setzt die Tochter Breckenridge Distillery auf Premium-Spirituosen. Eine neue Bourbon-Kollektion soll zahlungskräftige Kunden ansprechen.
Die Strategie dahinter ist eindeutig: Tilray will die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Cannabis-Markt senken. Regulierung und Preisdruck belasten das Kerngeschäft seit Jahren. Wellness-Produkte und Getränke bieten stabilere Erlöse und eine höhere Sichtbarkeit bei Konsumenten.
Zahlen und Wettbewerb
Die jüngsten Ergebnisse spiegeln diesen Umbau wider. Im dritten Quartal 2026 übertraf der Umsatz mit 206,73 Millionen US-Dollar die Erwartungen. Beim Gewinn pro Aktie blieb das Unternehmen jedoch hinter den Prognosen zurück.
Für das gesamte Geschäftsjahr hält das Management an seinen Zielen fest. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 62 und 72 Millionen US-Dollar liegen. Anleger reagierten zuletzt dennoch verhalten auf die Nachrichten.
An der Börse herrscht derzeit Zurückhaltung. Die Tilray-Aktie verlor binnen einer Woche rund 3,3 Prozent und notierte zuletzt bei 6,73 CAD. Mit einem Relative-Stärke-Index von 33,4 nähert sich das Papier einer überverkauften Zone.
Der Konkurrenzdruck nimmt derweil zu. US-fokussierte Wettbewerber wie Trulieve Cannabis drängen direkt an die großen New Yorker Börsen. Das bietet Investoren neue Wege für Investments in den US-Marihuana-Markt. Tilray muss sich in diesem veränderten Umfeld neu behaupten.
Ende Juli folgen die nächsten Quartalszahlen. Dann liegen erste Daten zur Performance der neuen Hi*Ball-Vertriebswege vor.
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