Thyssenkrupp nucera baut sein Indien-Geschäft aus. Die Wasserstoff-Tochter des Industriekonzerns hat eine strategische Kooperation mit dem indischen Staatskonzern Bharat Heavy Electricals Limited unterzeichnet. Ziel ist eine lokale Produktion von Wasser-Elektrolyseuren in Indien.
Kooperation mit BHEL
Die Partner wollen schrittweise eine Fertigung für Elektrolysemodule in Indien aufbauen. Zusätzlich planen sie gemeinsame Ausschreibungen und Unterstützung bei Wasserstoffprojekten vor Ort. Kiran Joseph, CEO von Thyssenkrupp nucera India, nennt das Land einen der wichtigsten Wachstumsmärkte des Unternehmens.
Der Schritt reiht sich in eine längere Indien-Strategie ein. Thyssenkrupp nucera arbeitet bereits mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit an der Marktentwicklung für grünen Wasserstoff. Der Projektentwickler Juno Joule beauftragte das Unternehmen zudem mit einer Studie für ein 260-Megawatt-Projekt.
Aktie fällt trotz starkem Lauf
Die Thyssenkrupp-Aktie kostet aktuell 11,63 Euro und verliert am Mittwoch 3,20 Prozent. Am Dienstag schloss das Papier noch bei 12,02 Euro.
Der Rücksetzer wirkt wie eine Verschnaufpause nach einem kräftigen Lauf. Auf Wochensicht steht immer noch ein Plus von 11,39 Prozent zu Buche.
Seit Jahresbeginn hat sich die Aktie um 20,30 Prozent verteuert. Zum 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro aus dem Oktober 2025 fehlen noch gut 12 Prozent. Die annualisierte Volatilität von gut 51 Prozent zeigt aber, wie schwankungsanfällig das Papier bleibt.
Konzernumbau läuft parallel
Der Wasserstoff-Vorstoß in Indien ist nur ein Baustein der Thyssenkrupp-Transformation. Der Aufsichtsrat genehmigte am 16. Juni 2026 die Abspaltung der Werkstoffsparte tk accelis. Parallel verfolgt der Konzern das Ziel, bis 2045 CO2-freien Stahl zu produzieren.
Auch die Aktionärsstruktur verändert sich. Der Investor Rubric Capital Management hält seit Ende Juni einen Stimmrechtsanteil von 3,07 Prozent an Thyssenkrupp.
Am 7. August 2026 lädt Thyssenkrupp zu einer außerordentlichen Hauptversammlung, die auch per Video-Streaming zugänglich ist. Dort dürfte der Konzernumbau erneut im Mittelpunkt stehen.
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