ThyssenKrupp Nucera Aktie: Auftragseingang auf 471 Millionen

ThyssenKrupp Nucera verzeichnet verdoppelten Auftragseingang, kämpft aber mit Umsatzrückgang und Sonderbelastungen. Die vollständigen Quartalszahlen erscheinen am Mittwoch.

Auf einen Blick:
  • Auftragseingang auf 471 Millionen Euro gestiegen
  • Umsatz im dritten Quartal gesunken
  • Neue Chlor-Alkali-Anlage in Brasilien übergeben
  • Kooperation mit BHEL für Indien vereinbart

Anleger von ThyssenKrupp Nucera richten ihren Blick auf den kommenden Mittwoch. Das Unternehmen wird dann die vollständige Quartalsmitteilung für das dritte Quartal sowie die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 vorlegen. Nachdem bereits wesentliche Eckdaten bekannt wurden, warten Marktteilnehmer nun auf die detaillierte Ausführung zur künftigen Strategie und zur Stabilisierung der operativen Margen.

Kontrast zwischen Auftragslage und Ergebnisentwicklung

Medienberichten zufolge verzeichnete ThyssenKrupp Nucera in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen deutlichen Anstieg beim Auftragseingang. Dieser kletterte auf 471 Millionen Euro, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch bei 241 Millionen Euro gelegen hatte.

Trotz dieser positiven Dynamik im Neugeschäft blieb die Umsatzentwicklung im dritten Quartal rückläufig. Der Konzernumsatz sank in diesem Zeitraum auf 145 Millionen Euro, verglichen mit 184 Millionen Euro im Vorjahr.

Besonders deutlich zeigten sich die Differenzen in den einzelnen Geschäftsfeldern. Während das Segment Chlor-Alkali seinen Umsatz auf 109 Millionen Euro steigern konnte, verzeichnete der Bereich Grüner Wasserstoff einen Rückgang auf 36 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte dieser noch 103 Millionen Euro beigetragen. Das operative Ergebnis (EBIT) rutschte im dritten Quartal mit minus 2 Millionen Euro leicht in die roten Zahlen.

Strategische Fortschritte in Brasilien und Indien

Abseits der rein finanziellen Kennzahlen konnte das Unternehmen am vergangenen Freitag operative Erfolge vermelden. In Palmeira, Brasilien, wurde eine neue Anlage für Chlor-Alkali-Elektrolyse erfolgreich an Chlorum Solutions übergeben. Die Anlage ist laut Unternehmensangaben bereits vollständig in Betrieb. Dieser Schritt unterstreicht die Präsenz von ThyssenKrupp Nucera im südamerikanischen Markt für Industriechemikalien.

Parallel dazu treibt das Unternehmen seine internationale Expansion im Bereich der Wasserstofftechnologie voran. Ebenfalls am vergangenen Freitag unterzeichnete das Management eine strategische Kooperationsvereinbarung mit Bharat Heavy Electricals Limited (BHEL).

Ziel dieser Partnerschaft ist der Aufbau einer Fertigung für alkalische Wasserelektrolyse in Indien. Damit positioniert sich ThyssenKrupp Nucera in einem der weltweit am schnellsten wachsenden Märkte für grüne Energieprojekte.

Belastungsfaktoren und Marktbewertung

Die Bilanz der ersten neun Monate des Geschäftsjahres ist von erheblichen Sonderbelastungen geprägt. Laut Reuters führten höhere Kosten für Neubauprojekte sowie die Auflösung eines Vertrags für ein Wasserstoff-Projekt in den USA zu einem massiven EBIT-Verlust von 69 Millionen Euro.

Im Vorjahr stand hier noch ein operativer Gewinn von 4 Millionen Euro zu Buche. Auch der Gesamtumsatz der ersten drei Quartale blieb mit 354 Millionen Euro weit hinter dem Vorjahreswert von 663 Millionen Euro zurück.

An der Börse wird das Unternehmen derzeit mit einer Marktkapitalisierung von 1,01 Milliarden Euro bewertet. Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei 7,93 Euro, was einem geringfügigen Rückgang von 0,31% am heutigen Handelstag entspricht. Dennoch notiert das Papier derzeit mit einem Abstand von 3,09% über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 7,69 Euro.

Anleger hoffen, dass die detaillierten Zahlen am Mittwoch Aufschluss darüber geben, wie schnell die hohen Auftragsbestände in profitablen Umsatz umgemünzt werden können. Zudem ist CEO Werner Ponikwar seit Juli Mitglied des Nationalen Wasserstoffrats der Bundesregierung, was die politische Bedeutung des Unternehmens im Rahmen der deutschen Energiewende unterstreicht.

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