ThyssenKrupp Nucera hat einen Meilenstein erreicht. Alle 37 Elektrolyseur-Module für das Stegra-Werk in Schweden sind installiert. Die Anlage soll grünen Stahl produzieren – eine Premiere im Industriemaßstab.
700 Megawatt für Stahl ohne Kohle
Das Stegra-Werk in Nordschweden bekommt den größten Elektrolyseur Europas. Die 37 Module mit je 20 Megawatt spalten Wasser aus dem Lule-Fluss in Wasserstoff und Sauerstoff. Der Wasserstoff entzieht dem Eisenerz später den Sauerstoff. Das Ergebnis: Eisenschwamm statt flüssigem Roheisen. Statt CO2 entsteht Wasserdampf.
Das Werk könnte das erste große Stahlwerk weltweit werden, das komplett mit grünem Wasserstoff läuft. Und es wäre das erste Stahlwerk in Europa seit rund 50 Jahren, das völlig neu gebaut wird – nicht nur umgerüstet.
Für ThyssenKrupp Nucera ist der Auftrag ein zentrales Referenzprojekt. Die Installation zeigt, dass die Technologie für Großanlagen taugt. Die Wasserstoffwirtschaft steht noch am Anfang – aber solche Projekte geben dem Geschäftsmodelle Rückenwind.
Kurs unter Druck
Die Ankündigung hilft der Aktie kurzfristig wenig. Das Papier notiert bei 7,71 Euro, gut ein Prozent unter Freitagsschluss. Auf Monatsicht verliert die Aktie über zehn Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 8,78 Euro – der aktuelle Kurs bleibt 12 Prozent darunter.
Das 52-Wochen-Tief von 7,26 Euro ist nur sechs Prozent entfernt. Die Anleger warten auf mehr als Technologie-Demonstrationen: Sie wollen Aufträge, die sich in steigenden Umsätzen niederschlagen. Das Stegra-Projekt ist der wohl vielversprechendste Kandidat dafür.
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