Thyssenkrupp hat einen weiteren wichtigen Schritt beim Umbau des Konzerns vollzogen. Die bisherige Werkstoffsparte wurde als tk accelis an die Börse gebracht und handelt nun eigenständig an der Frankfurter Wertpapierbörse. Gleichzeitig behält Thyssenkrupp über eine Holding einen Mehrheitsanteil von 51 % und bleibt damit strategischer Hauptaktionär.
Thyssenkrupp-Aktie: Nächster Baustein der Konzernaufspaltung
Der Börsengang ist Teil der umfassenden Transformation von Thyssenkrupp. Konzernchef Miguel López verfolgt das Ziel, den traditionsreichen Industriekonzern schrittweise in eine Beteiligungs- beziehungsweise Industrieholding umzubauen. Nach der Verselbstständigung von TKMS ist tk accelis nun die zweite große Einheit, die eigenständig am Kapitalmarkt auftritt. Weitere Schritte werden insbesondere für das Stahlgeschäft erwartet.
Die Aktionäre von Thyssenkrupp erhielten im Rahmen des Spin-offs für jeweils 20 Thyssenkrupp-Aktien eine tk-accelis-Aktie.
Was macht tk accelis eigentlich?
Mit einem Jahresumsatz von rund 11,4 Milliarden Euro, etwa 15.000 Mitarbeitern, rund 250.000 Kunden und etwa 400 Standorten zählt tk accelis zu den weltweit führenden unabhängigen Werkstoffhändlern und Lieferkettendienstleistern.
Die Strategie läuft unter dem Begriff „Materials-as-a-Service“. Dabei geht es nicht nur um den Verkauf von Metallen, sondern zunehmend um Vorverarbeitung, Logistik, Beschaffungsmanagement und digitale Lieferkettenlösungen. Gerade diese serviceorientierten Bereiche versprechen höhere Margen als der klassische Werkstoffhandel.
Börsendebüt fällt durchwachsen aus
Das Börsendebüt am letzten Mittwoch verlief allerdings nicht ganz so erfolgreich wie von vielen Anlegern erhofft. Zwar startete die Aktie zunächst freundlich, verlor jedoch im weiteren Handelsverlauf an Schwung. Gleichzeitig geriet auch die Thyssenkrupp-Aktie unter Druck. Hintergrund ist auch das schwache Marktumfeld Ende letzter Woche.
Ein Teil dieser Kursbewegung ist überdies technisch bedingt, da mit der Abspaltung Unternehmenswert aus dem Mutterkonzern herausgelöst wurde. Dennoch zeigten die ersten Handelstage, dass Investoren zunächst vorsichtig auf die neue Struktur blickten.
Thyssenkrupp-Aktie: Mehr Sichtbarkeit für Investoren
Für Anleger ist die Abspaltung vor allem aus zwei Gründen wichtig. Erstens wird die eigentliche Strategie von Miguel López immer sichtbarer: Thyssenkrupp entwickelt sich schrittweise von einem breit aufgestellten Industriekonglomerat zu einer Holding mit eigenständig geführten Beteiligungen. Zweitens erhalten Investoren nun einen deutlich transparenteren Blick auf den Wert der einzelnen Geschäftseinheiten.
Interessant ist zudem, dass tk accelis mittelfristig eine Steigerung der bereinigten EBITDA-Marge von aktuell knapp 3 % auf 4 bis 5 % sowie ein jährliches Umsatzwachstum von über 4 % anstrebt. Gelingt der Wandel vom zyklischen Metallhandel hin zu margenstärkeren Service- und Lieferkettenlösungen, könnte die Eigenständigkeit tatsächlich Mehrwert schaffen.
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