Thyssenkrupp treibt den Umbau seines Werkstoffhandels voran. Die neue Einheit tk accelis, die aus thyssenkrupp Materials Services hervorgegangen ist, hat mit dem schwedischen Wälzlagerhersteller SKF einen Liefervertrag über zehn Jahre für die Stahlversorgung in Frankreich und Großbritannien unterzeichnet. Die Vereinbarung wurde am heutigen Dienstag bekannt.
Langfristiger Liefervertrag mit SKF
Kern des Abkommens ist der Einsatz der sogenannten Global Control Tower-Lösung von tk accelis, mit der die Lieferkette für SKF gesteuert werden soll. Ziel ist eine widerstandsfähigere Versorgung und ein verbessertes Bestandsmanagement für die beiden Länder. François Pillavoine von tk accelis und Ivan Bourgeois von SKF äußerten sich zu der Vereinbarung. Details zu Volumina oder zum finanziellen Umfang des Vertrags wurden nicht genannt, die Laufzeit von zehn Jahren unterstreicht aber den Anspruch, die Kundenbeziehung zu SKF strukturell zu vertiefen. Für Thyssenkrupp ist der Abschluss ein Signal, dass sich das Werkstoffgeschäft trotz des laufenden Konzernumbaus weiter internationale Industriekunden sichert.
Berichtssaison erfasst auch die Tochtergesellschaften
Der heutige Tag markiert zugleich einen Termin im Kalender zweier weiterer Einheiten aus dem Thyssenkrupp-Umfeld: Sowohl TKMS thyssenkrupp Marine Systems als auch thyssenkrupp nucera legen ihre Quartalszahlen vor. Konkrete Schätzungen oder Ergebnisdetails lagen zum Redaktionsschluss noch nicht vor. Für Anleger, die die Gesamtentwicklung des Thyssenkrupp-Konglomerats verfolgen, bleiben beide Einheiten relevante Frühindikatoren – TKMS als Träger des margenstarken Marinegeschäfts, nucera als Wachstumswette auf die Wasserstoffwirtschaft.
Die Häufung von Terminen fällt in eine ohnehin dichte Berichtswoche der europäischen Industrie: Am Dienstag legten auch Mercedes-Benz und der Flugzeugausrüster Safran ihre Zahlen vor, während der IT-Dienstleister Bechtle seine Jahresprognose anhob. Für die einzelnen Thyssenkrupp-Sparten bedeutet das ein Umfeld, in dem Investoren genau vergleichen, wie belastbar die jeweiligen Wachstumsversprechen sind.
Aktie bleibt trotz Rücksetzer im Aufwärtstrend
An der Börse gibt die Thyssenkrupp-Aktie den Schwung des Vortages heute zunächst wieder ab: Das Papier notiert bei 12,18 Euro und verliert 1,34 Prozent. Der Rücksetzer relativiert sich jedoch im Jahresverlauf, denn seit Jahresbeginn steht für den Titel ein Plus von 31,33 Prozent zu Buche. Der SKF-Vertrag und die anstehenden Zahlen der Tochtergesellschaften liefern damit zusätzlichen Stoff für ein Papier, das sich seit Monaten deutlich fester zeigt als der breite Markt.
Für die Materials-Services-Sparte ist der Zehnjahresvertrag mit SKF ein weiterer Baustein in der Positionierung als digitalisierter Werkstoffdienstleister. Ob sich daraus kurzfristig messbare Effekte auf Umsatz oder Marge ableiten lassen, bleibt offen – die tägliche Dynamik der Aktie dürfte in den kommenden Tagen ohnehin stärker von den ausstehenden Quartalsberichten der Konzerneinheiten geprägt werden als von einzelnen Liefervereinbarungen.
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